Kapitalismus a la St. Pauli.
1 07 2007Ich muss sagen, die Vergabe von ermässigten Dauerkarten bei meinem Verein ist, gelinde gesagt, merkwürdig! Ich war ja am Dienstag da, um mir meine Karte zu holen, die ich tatsächlich auch problemlos erhielt. Jetzt erzählte mir C., das, als sie da war (am Montag Spätnachmittag, also einen Tag vor mir), ein Typ, der vor ihr in der Schlange stand, keine ermässigte Karte mehr bekommen hätte - angeblich wäre das Kontiingent erschöpft! Dazu passt natürlich, das R.s Freundin S. am Donnerstag oder Freitag auch keine ermässigte Karte mehr bekommen hat.
S., die auch am Montag schon da war, hatte das Problem, das sie im letzten Jahr eine normale Dauerkarte hatte, dieses Jahr wollte sie aber, weil - genau wie ich - Hartz4-abhängig, eine ermässigte. Bekam sie auch nicht, weil ebenfalls schon da die Karten angeblich nicht mehr ausreichen würden…
Erstaunlich ist dann allerdings, das, wie das Hamburger Abendblatt am Mittwoch noch geschrieben hatte, zu dem Zeitpunkt "erst 1000 der 12 000 Dauerkarten-Inhaber aus der Vorsaison ihr Vorkaufsrecht in Anspruch genommen." haben!
Wenn jetzt, wie der Verein sagt, es ein Kontingent von 30% Ermässigter Dauerkarten gibt, am Dienstag erst ca. 1000 Karten verkauft worden sind (was nicht mal 10% der Dauerkarten entspricht), dann kann da im Kartencenter entweder irgendjemand nicht rechnen, der Verkauf hängt davon ab, an wen man im Kartencenter gerät und wie demjenigen die Nase des Kaufenden gefällt, oder dahinter steckt System! Will der FC St. Pauli das ganze Arbeitslose Pack (zu dem ich mich ja selber zählen darf…), die Studies, Schüler und Schwerbehinderten loswerden? Sollen nur noch Yuppies, die sich die 2000€ Teuren "Geschäftssitze" in der irgendwann mal stehenden Südtribüne leisten können, ins Stadion dürfen?
Ich finde diese ganzen sehr merkwürdigen vorgänge so zum Kotzen… ich werde mal überlegen, ob man da nicht irgendwas für die nächste Mitgliederversammlung vorbereiten kann…
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