Ich übernehme einfach mal den kompletten Artikel, das hier kann man nicht oft genug lesen!
Die deutsche Antwort auf Elektroschock: Pfefferspray!:
Gewerkschaftsmitarbeiter von Hamburger Polizisten misshandelt
In der Nacht zum vergangenen Sonntag wurde Björn K. im Rahmen eines Polizeieinsatzes im Hamburger Schanzenviertel unter dem Vorwurf angeblicher Sachbeschädigung festgenommen. Die Beamten brachten den Diplom-Sozialwirt zum nächsten Polizeirevier, stellten seine Personalien fest und begannen ihn zu “verhören”. Björn K., der auch bei der Gewerkschaft Ver.di aktiv mitarbeitet, machte von seinem Recht Gebrauch, außer zur Person jegliche Aussage zu verweigern.
Das sollte ihm zum Verhängnis werden, wie Björn K. in einem Interview mit der Tageszeitung “Junge Welt” heute berichtet:
“Dann erlebte ich etwas, das ich in meinen schlimmsten Träumen nicht erwartet hätte. Die mich verhörenden zwei Beamten sprangen urplötzlich auf, zogen Pfefferspray aus der Gürteltasche und sprühten mir von zwei Seiten über einen längeren Zeitraum eine erhebliche Menge der Reizflüssigkeit auf Gesicht und Körper.
Reflexartig zog ich meine Hände vor das Gesicht und erhob mich vom Stuhl. Einer der Beamten brüllte etwas wie »Jetzt hören Sie endlich auf!« und »Lassen Sie das sein!«. Ich schrie meinerseits unter Schmerzen, dass ich nicht verstehe, was das soll und keinen Widerstand geleistet habe und auch nicht vorhätte, das zu tun. Dann stürzten die beiden Beamten sich auf mich und drangsalierten mich, indem sie meinen Kopf auf den Boden schlugen. Sie zerrissen mein T-Shirt und legten mir Handschellen an.”
Die Verletzungen waren so schlimm, dass selbst die Polizei nicht umhin kam, sofort einen Notarztwagen zu rufen. Unter der Bewachung seiner Peiniger wurde Björn K. in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Nach der Behandlung mit entsprechenden Augenmedikamenten holten zwei weitere Beamte ihn dort ab. Sie brachten ihn trotz schwerer Schleimhautreizungen und der mit brennendem Pfefferspray durchtränkten Kleidung zurück zum Revier.
Dort wurde das “Verhör” fortgesetzt. Vier Stunden saß Björn K. in diesem Zustand auf der Polizeiwache und wurde dann von dort direkt zum Landeskriminalamt Alsterdorf gebracht. Im LKA sperrte man den Verletzten - immer noch in der Pfefferspray-getränkten Kleidung - eineinhalb Stunden lang in eine Zelle. Zum Abschluss der Prozeduren wurde er erkennungsdienstlich behandelt und schließlich um 10 Uhr morgens entlassen.
Diese Übergriffe sind nicht in einem fernen Polizeistaat passiert, sondern am vergangenen Wochenende unmittelbar vor unserer “Haustür”. Die Polizeiwache im Hamburger Schanzenviertel ist bundesweit bekannt für derartige Vorfälle. Sogar Amnesty International hatte erst vor kurzem Fälle polizeilicher Übergriffe in der “Wache 16″ angeprangert. Das Glück, ein Video als Beweis der Misshandlungen vorweisen zu können, hat Björn K. nicht. Da es nur Beamte als Zeugen gibt, steht zu erwarten, dass das Opfer zum Täter gemacht wird: Durch ein Strafverfahren wegen “Widerstands gegen die Staatsgewalt”.
(Via Politblog.net.)