Flugangst

14 06 2008

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Eigentlich ist es ja ganz schön Mies, wenn man selber sich freut, das es anderen mit manchen Sachen genauso schlecht geht wie einem selber – aber manchmal hilft es einem auch! Man fühlt sich dann nicht ganz so alleine mit dem eigenen Kram. Ein Beispiel ist Flugangst! Ich finde es schon erstaunlich, das Leute, die (nehme ich mal an) schon von Berufs wegen viel Fliegen müssen, diese Angst haben oder kriegen können. Je mehr man fliegt, desto weniger Angst sollte man ja eigentlich haben – dachte ich zu mindestens. Gerade habe ich diesen Bericht hier von Jörg bei c0t0d0s0.org gelesen, der Flugangst hatte. Was mich daran erinnert, wieso ich eigentlich die selbe Angst immer noch habe. Ich bin in meinem Leben bisher erst ein paar mal geflogen, und der letzte Flug war 1985 von Moskau nach Berlin.

Seitdem habe ich es irgendwie immer vermeiden können, mich in einen Flieger zu setzen – ist vielleicht ein Fehler gewesen, so bekämpft man bestimmt keine Ängste, aber was soll es, bisher musste ich ja zum Glück nicht mehr Fliegen. Wir wollten damals™ von einer 2wöchigen “Klassenfahrt” in die damalige Sowjetunion zurück nach Hamburg und sind vom Flughafen in Moskau (der zu der Zeit ganz neu gebaut worden war für die Olympischen Spiele) aus gestartet. Geflogen sind wir mit Interschrottflug, der Fluggesellschaft der DDR.

Gestartet sind wir dann ganz normal, die Turbinen turbinten oder düsten, was das Zeug hält, bis wir knapp in den Wolken waren. Dann hörte es sich so an, als wenn der Pilot sich entschlossen hätte, pause zu machen und mal eben die Maschinen ausgemacht hätte. Logischerweise sind wir dann wieder heftigst abgesackt unter die Wolken… von wo wir einen Fantastischen Blick auf die Moskau umgebenden endlosen Wälder hatten – der aber in dem Moment niemanden interessierte. Das Spielchen wiederholte sich so 5-6 mal, und mittlerweile hatte dann auch der letzte begriffen, das irgend etwas nicht wirklich in Ordnung war. Irgendwann hat es der Pilot dann anscheinend aufgegeben, über die Wolken zu kommen und wir eierten eine ganze weile über den oben schon erwähnten Wäldern herum.

Dann meinte irgendjemand, “Hey, die lassen da irgend etwas ab!” – wenn man aus dem Fenster (Bullaugen? Oder wie auch immer sich die Teile, aus denen man aus dem Flugzeug herausschaut auch nennen mag) schaute, sah man, das ganz am ende der Flügel Flüssigkeit herausspritzte, und zwar ziemlich viel. Jemand anders meinte dann, das wäre das Kerosin, das herausgepumpt wird. Irgendwie saßen wir zu dem Zeitpunkt schon alle Händchen haltenderweise auf unseren Sitzen. Den Lacher des Tages brachte dann allerdings der Pilot, der folgende Durchsage machte: “Aus Organisatorischen Gründen müssen wir noch mal in Moskau zwischenlanden.” Super! Nicht, das wir jetzt wirklich beruhigt worden wären, aber wir sind dann tatsächlich heil in Moskau wieder angekommen.

Wir hatten dann 2 Stunden Aufenthalt im Flughafen (der damals ungefähr so trostlos war, wie wenn wir irgendwo mitten in der Wüste Gobi gestanden hätten) und sind dann noch mal mit der selben Maschine wieder Richtung Berlin gestartet. Diesmal passierte nichts weiter (ausser das der Druckluft-Ausgleich nicht wirklich funktionierte), und wir kamen ziemlich erleichtert dann in Berlin an.

In Erinnerung geblieben ist mir von diesem (meinem letzten) Flug ausser der geschilderten Situation vor allem ein Typ, der ein paar reihen vor uns saß und die ganze Zeit seelenruhig in seinem Neuen Deutschland blätterte… der muss die absolute ruhe weg gehabt haben!


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