Hamburger Politiksümpfe.

27 08 2008

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Wie geht man eigentlich mit dem Überbringer schlechter Nachrichten um? Nun, Früher™, als es noch Könige und so gab, war das relativ einfach. Je nach Aktueller Laune des Regenten wurde er vielleicht einfach nur mit einem Fusstritt entlassen; wenn er Pech hatte dann auch das eine oder andere Mal gehängt, geköpft oder viergeteilt. Das sich seit damals nicht wirklich viel geändert hat, das kann man heutzutage gerade in Hamburg beobachten. Nicht die, die irgendwelche Geheimabsprachen gemacht haben, müssen dran glauben – gehen muss der, der darüber Notizen gemacht hat, die dann über irgendwelche Wege in die Öffentlichkeit gelangt sind.

[...] Nach Medienberichten entließ Bürgermeister Ole von Beust (CDU) am Mittwoch den Staatsrat der Wirtschaftsbehörde, Gunther Bonz (parteilos), wegen angeblicher Illoyalität. Bonz muss nach Medienspekulationen gehen, weil ein interner Aktenvermerk von ihm an die Presse gelangt war. Der Vermerk lässt demnach darauf schließen, dass es entgegen anders lautenden Beteuerungen des Senats doch geheime Zusatzabsprachen zwischen CDU und GAL über den veröffentlichten schwarz-grünen Koalitionsvertrag hinaus gibt. [...]

(Via ngo-online.de.)

Irgendwie sind wir seit dem Mittelalter noch nicht so wirklich weiter gekommen, habe ich das Gefühl. Und ich bin ja auch mal gespannt, welche Notizen noch so auftauchen in nächster Zeit – und besonders gespannt bin ich, von wem diese dann verbreitet werden.

Übrigens besonders schön finde ich ja das “angeblicher Illoyalität” oben. Meiner bescheidenen Meinung nach sollte ein Staatsrat, Bürgermeister, Senator oder Bürgerschaftsabgeordneter genau einer Sache Loyal sein. Dieser Stadt! Und nicht irgendwelchen ominösen Geheimabsprachen korrupter Politiker gegenüber. Aber das ist wahrscheinlich eh nur eine Wunschvorstellung, das Politiker sich mal Loyal verhalten – gegeüber denen, die sie Wählen.


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