In letzter Zeit ist ja in den Medien, im Internet und sonstwo immer wieder von der SPD die Rede, die gerade eine Schlagzeile nach der anderen Produziert. Was mir dabei immer wieder auffällt, ist das Gerede von der Partei der kleinen Leute, der Arbeiter- bzw. Arbeitnehmerpartei. Wikipedia sagt zur “Politischen Kernausrichtung” der Sozialdemokratie:
Die deutsche Sozialdemokratie zeichnet sich durch ein humanistisches Menschenbild aus. Weiter strebt sie grundsätzlich einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer solidarischen und pluralistischen Gesellschaft an, in der jeder Mensch gleiche Chancen und ein Maß an Freiheit und Wohlfahrt genießt. Wesentliche sozialdemokratische Theoretiker, so z.B. Karl Kautsky sahen dieses Gesellschaftsbild als Utopie an, womit sich innerhalb der sozialdemokratisch geprägten Organisationen zunehmend der Gedanke vom Weg als Ziel durchsetzte.
Vielleicht sollte der eine oder andere “Sozialdemokrat” heute sich diese Sätze mal wieder öfters Vorlesen lassen. Die SPD schreibt in ihrem “Hamburger Programm“, zitiert wieder aus der Wikipedia:
Die SPD stellt sich in die „[stolze] Tradition des demokratischen Sozialismus“. Zu ihren wichtigsten Werten erklärt sie „dauerhaften Frieden“, „die Sicherung der ökologischen Lebensgrundlagen“, „eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft“ sowie die „Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aller Menschen“. Als allgemeine Leitziele nennt das Programm „eine friedliche und gerechte Weltordnung“, „nachhaltigen Fortschritt“, „den vorsorgenden Sozialstaat“ (S. 5) und die „[solidarische] Bürgergesellschaft“ (S. 6).
Gut, über die SPD an sich und ihr Programm, bzw. ihre Ansprüche, können (und haben) sich schon wesentlich intelligentere Leute als ich hier im Netz ihre Gedanken gemacht. Mich hat mal interessiert, wo den die kleinen Leute in der SPD zu finden sind. Und damit meine ich nicht “ganz unten“, irgendwo in den Ortsverbänden als einfachen Mitglied, sondern eventuell weiter oben – als Verteter des SPD-Wählers.
Da ich nicht so der Recherchekünstler bin, habe ich mich auf ein paar Bundestagsabgeordnete beschränkt – aus naheliegenden Gründen auf die 5 6, die den SPD-Wähler aus Hamburg im Bundestag vertreten sollen. Als da – in keiner bestimmten Reihenfolge – wären:
- Hans-Ulrich Klose, Jurist
- Olaf Scholz, Rechtsanwalt
- Ortwin Runde, Diplomsoziologe und Bürgermeister a.D.
- Christian Carstensen, Bankkaufmann
- Niels Annen, Student
- Johannes Kahrs, Angestellter
Vom Jugendstaatsanwalt über Regierungsdirektor zum Bürgermeister. Nicht schlecht. Ein Zitat von ihm:
Demokratie kann nicht funktionieren, wenn es im Gegenpart zur Regierungsmehrheit nicht eine Minderheit gibt, die antritt mit dem Willen, demnächst zu regieren. Das ist kein Widerspruch.
Mir persönlich eigentlich hauptsächlich deshalb negativ in Erinnerung, weil ich mit ihm die “Zerschlagung” der Hamburger Strassenbahn verbinde – Sorry, aber ich mag nun mal Strassenbahnen, und ich finde es absolut bescheuert, ein funktionierendes Schienensystem in einer Stadt dem so-genannten Individualverkehr zu opfern. Ausserdem habe ich ihn auch noch im Zusammenhang mit Brokdorf und der Hafenstrasse in ziemlich übler Erinnerung
Ein schönes Zitat von ihm hier:
“Wir Sozialdemokraten verkörpern die Perspektive, dass diese Bürger kein unabänderliches Schicksal haben. Viele von uns kommen aus kleinen sozialen Verhältnissen und haben sich durchgeboxt.”
Nachfolger von “Münte” als Minister für Arbeit und Soziales. Ich frag mich ja gerade, was zum Teufel in diesem Ministerium eigentlich “gearbeitet” wird – oder werden da nur Akten hin- und her geschoben?
Ähm, sagte ich oben was vom kleinem Mann? Das hier scheint er zu sein, immerhin ging der Mann mal zur Volksschule. Und er kann Englisch:
“I think, it was very anstrengend for you … strong for you!”
Ich hatte ja überlegt, zu jedem dieser Abgeordneten ein Foto hier einzustellen. Ich glaube, bei Ortwin hätte irgendein Smiley gereicht.
Ich bin jetzt mal höflich und sage hier nicht, was ich von Bankkaufleuten halte… kleiner Mann ganz gross, kann ich mir jetzt aber nicht verkneifen
Hier gibt es in den Zitaten eine Antwort von ihm bezüglich der Vorratsdatenspeicherung. Ansonsten habe ich nicht wirklich viel von ihm gefunden, er steht wohl noch am Anfang seiner Parteikarriere.
Es gibt ja doch noch Politiker, bei denen man einen Lachanfall nicht wirklich unterdrücken kann. Zitat aus der Wikipedia:
Nach dem Abitur 1992 an der Peter-Petersen-Schule in Hamburg leistete Annen zunächst seinen Zivildienst ab. Ein Studium der Geschichte, Geographie und Lateinamerika-Studien an der Universität Hamburg brach Annen nach 26 Semestern ab.
Nicht, das der Spiegel jetzt noch eine wirklich vertrauenserweckende Nachrichtenquelle wäre, aber ich stelle mir ein Studium der Geschichte ohne Lateinkenntnisse etwas schwierig vor…. aber die Häme im Spiegel kann vielleicht auch daher kommen, das ihm Verbindungen zu den Linken nachgesagt werden. Macht ihn ja schon fast Sympathisch.
Äääähm – Ja. Ich könnte es eigentlich bei einem Wort – dem mit dem grossen “A” am Anfang – belassen. Das Zitat hier sagt schon fast alles über ihn:
Ich krieg’ dich, du Schlampe
Wurde übrigens wegen dem Zitat von uns Grinsefresse Ole von Beust vor Gericht vertreten. Mehr über diesen Unsympathischsten Politiker überhaupt in der Hamburger SPD kann man hier finden, ich sollte aber wohl noch erwähnen, das dieser Mensch Sprecher der Neoliberalen in der SPD, des Seeheimer Kreises, ist, was ihn nicht wirklich besser macht – sag ich mal.
Das sind also die Vertreter des Hamburger SPD-Wählers im Deutschen Bundestag. Oh Mann, was für jämmerliche Gestalten, kann ich da eigentlich nur sagen. Und wie ich hier schon mal erwähnte, die SPD Mitte (der Bezirk, in dem ich jemanden wählen soll, der mich vertritt) hat Johannes “Ich krieg’ dich, du Schlampe” Kahrs wieder für den Bundestag vorgeschlagen. Würde ich tatsächlich an irgend einen Gott glauben, wäre meine Bitte an ihn, das mir in dem Moment, in dem ich mein Kreuz bei der SPD machen sollte, die Hand abfallen soll.









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