Altkanzler im Drogenrausch…

15 09 2008

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Also eigentlich habe ich ja mal recht viel von unserem Altkanzler Schmidt gehalten – das kann aber auch daran gelegen haben, das er sich vor einiger Zeit noch zurück gehalten hatte und nicht wirklich dämliche Interviews gegeben hat. Mittlerweile scheint er ja nur noch dadurch aufzufallen, das er, egal wo er steht oder sitzt, alles zuqualmt. Ich frage mich nur, was er da raucht? Wer schon mal einen Joint zu sich genommen hat, der kennt das ja – irgendwann fängt man an, nur noch Blödsinn zu lallen und vor sich hin zu kichern. So ähnlich stelle ich mir das auch bei Schmidt vor, wenn er in Interviews Sätze wie diese hier von sich gibt:

„‘Wir sehen jetzt in Amerika, wie ein junger Mann, Barack Obama, allein mit Charisma zu einer nationalen Figur wird. Dabei darf man nicht vergessen, dass Charisma für sich genommen noch keinen guten Politiker ausmacht’, so Schmidt und begeht sodann einen Tabubruch: Auch ‘Adolf Nazi’ sei ein charismatischer Redner gewesen. ‘Oskar Lafontaine ist es auch’. Später in dem Interview vergleicht er Lafontaine auch noch mit dem französischen Rechtspopulisten Jean-Marie Le Pen. ‘Der eine ist links, der andere ist rechts. Aber vergleichbare Populisten sind Lafontaine und Le Pen schon’, sagte Schmidt der ‘BamS’.“

(Via SPIEGEL ONLINE.)

Aber andererseits – der Mensch ist ja immer noch in der SPD – gebärdet er (und mit ihm die ganze SPD) sich wie ein schwer verletztes Tier. In die Ecke gedrängt, greift es jeden an, der auch nur in die Nähe kommt. Das die SPD sich mit ihrem Neoliberalen Kurs nicht gerade viele Freunde macht beim normalen Bürger, scheint sich so langsam bis in die Spitzen der Partei herum gesprochen zu haben, und jetzt keifen sie…

Die Idee, sich auf Sozialdemokratische Werte zu besinnen, scheint den Leuten da aber nicht zu kommen. Kann ich auch verstehen, damit kommt man natürlich bei den Reichen, die einen Füttern, nicht so gut an.

Fand ich es erst ziemlich erschreckend, was da gerade mit der SPD geschieht, und wie sie Stramm immer weiter nach Rechts rutscht, so finde ich es inzwischen einfach nur noch lächerlich. Vielleicht sollten Schmidt und all die anderen keifenden und um sich schlagenden Parteifunktionäre sich tatsächlich mal eine kleine Tüte basteln, sich entspannt zurücklehnen und sich mal ernsthaft überlegen, in welche Partei sie eigentlich gehören.

Von Drogen – welcher Art auch immer – sollte Herr Schmidt aber definitiv die Finger lassen. Es sei denn, es gibt was, was ihm gegen Altersschwachsinn hilft. Vielleicht hilft aber ja auch der Spruch von Dieter Nuhr (?) „Wer nichts zu sagen hat, einfach mal die Fresse halten!„.


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3 Antworten

15 09 2008
Simon Pfirsich

Was ist so verkehrt daran, was Helmut Schmidt gesagt hat? Schon komisch, dass sich alle Welt darüber aufregt, nur weil er Hitler eingebaut hat – hätte er ihn herausgelassen und nur Obama, Lafontaine und Le Pen hinsichtlich ihres „Charismas“ verglichen, hätte kein Hahn danach gekräht, was der alte Mann sich da traue.

Abgesehen davon gibt er, da stimm ich dir zu, in letzter Zeit zu viele, teils „dämliche“ (wie du sagst) Interviews. Mit… BamS – Hallo?!

15 09 2008
cajarore

Mir ging es gar nicht so um den Vergleich mit Hitler – DEN holt ja heutzutage jeder aus dem Sack, der seinem Gegner eins auf den Kopf geben will.
Ich finde es nur sehr interessant, wie von Seiten der SPD gerade auf die Linke eingeprügelt wird… irgendwie schon ein schlechtes Zeichen für die SPD.
Und Schmidt sollte sich einfach in seinem „Altkanzlertum“ weiter sonnen und den Mund halten, denke ich.
Na ja, und ob BamS, Spiegel oder Zeit – das macht heute doch auch keinen Unterschied mehr….

16 09 2008
Simon Pfirsich

Ach so. Das stimmt, es ist schade, dass auch Helmut Schmidt sich dazu hinreißen lässt, die Linke ins Fadenkreuz zu nehmen. Dennoch sagt er dabei, meiner Meinung nach, etwas völlig richtiges – und das auch noch, ohne Lafontaine eigentlich zu beleidigen.

Und selbst wenn sich Nachrichtenmagazine durchaus immer mehr den Boulevardblättern annähren, schämt man sich eher noch, wenn man die Seite der Bild aufruft, um das Interview zu lesen, als wenns bei Spiegel wäre.

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