Normalerweise sollten die letzten Tgae einer Weiterbildung ja eigentlich entspannt sein – und ruhig. Aber was ist bei mir schon „normal“, sag ich mal… Ich hatte es ja hier schon mal geschrieben, das die Firma, von der wir eine Einstellungszusage hatten, mittlerweile Pleite ist bzw. „in Auflösung“, wie es so schön heißt. Ohne, das irgendwie klar war, ob und wo wir einen Praktikumsplatz kriegen würden. Das wir einen Praktikumsplatz kriegen, haben wir dann am Donnerstag vor Ostern erfahren – natürlich immer noch nicht, wo. Das sollten wir dann letzten Donnerstag von dem Chef der „Mutterfirma“ erfahren – also der Firma, der „unsere“ Firma – zumindest teilweise – gehört. Es fing damit an, das ich gefragt wurde, ob ich Architekt wäre – zum Glück nicht, den der Architekt, der bei uns im Kurs ist, der „darf“ jetzt einem anderen Architekten bei einer Firma Assistieren beim Fundament bauen. Nicht wirklich das, was ich mir unter einer Schiffbaulichen Zukunft vorstelle! Ich sollte dann in das Büro des Chefs kommen, in einem kleinen Kaff in der nähe von Laboe. Gut, dachte ich, das ist auch nicht schlecht und hat wenigstens etwas mit Schiffbau zu tun!
Am Donnerstag nach der Schule habe ich dann telefoniert ohne ende, und das halbe internet durchwühlt, auf der suche nach einer Unterkunft in besagtem Kaff. Schließlich und Endlich hatte ich dann auch ein Zimmer gefunden, optimal gelegen mit nur 5 Minuten Gehweg zm Büro.
Also alles Prima? Eigentlich ja, wenn da nicht noch der Freitag gewesen wäre… Erst kam die Klausur, die war schon ganz schön hart, aber ich kann es ja jetzt sagen, ich hab sie mit 97 von 100 Punkten bestanden
Nach der Klausur dann noch einmal ein kurzer Emailcheck, und da lauerte sie schon, die Email vom Büro, die Morgens schon verschickt worden war, die ich aber erst mittags lesen konnte:
Ich soll jetzt doch nicht in besagtes Kaff an der Ostsee, sondern nach Kiel – genau gesagt, auf eine Werft! Das hat natürlich was – das Praktikum direkt auf einer Werft zu machen, auch wenn selbige gerade in Insolvenz ist. Aber es wird, soweit ich weiß, ja noch gearbeitet da – und wohl noch nicht mit Kurzarbeit, wie in Hamburg.
Tja, damit war dann ein ruhiges, entspanntes Wochenende ad Acta gelegt, statt dessen durfte ich also besagtes Zimmer in besagtem Kaff wieder kündigen und mir eine Bleibe in Kiel suchen. Und, was ich am Freitag, wie auch schon die ganze Woche davor, ständig versucht habe – meine Sachbearbeiterin bei der ARGE zu erreichen, wg. Fahrgeld.
Heute war dann der letzte Tag in dem Kursinstitut, mit Zeugnis/Zertifikat-Ausgabe und einer kleinen, aber sehr kurzen Feier. Ich musste dann noch zur ARGE, um noch irgendwas zu erreichen. Hab ich dann auch, die Vertreterin meiner Sachbearbeiterin hatte schon alles fertig – und – mir zugeschickt. Super! Vor allem, weil ich ja die nächsten Tage nicht da bin. Und dabei viel dann auch der tolle Spruch „Dafür müssen sie erst mal in Vorleistung treten“.
Ich sag es mal so: Es ist der 20te des Monats, ich bekomme trotz Weiterbildung nur Hartz4, und wenn ich nicht diesen Monat extrem Sparsam gewesen wäre und noch ein leckeres 50€ Osterei von meiner Mama geschenkt bekommen hätte, dann wäre das überhaupt nicht machbar gewesen. Ist es jetzt im Prinzip auch nicht, aber ich kann auf jeden Fall schon mal die Fahrt nach Kiel und zurück bezahlen und muss nicht jeden Tag mit dem Zug fahren.
Alles weitere ergibt sich dann hoffentlich bald.
Tja, und jetzt kann ich nur hoffen, das ich mich bei dem Praktikum so gut anstelle, das sich daraus vielleicht ja sogar ein Job ergibt – dann hätte sich die ganze Mühe und das Lernen ja wirklich gelohnt!
Ich halte euch auf dem laufenden












