Horst Köhler, halt bitte einfach die Fresse!

23 05 2009

Wir haben einen neuen SparkassenBundespräsidenten. Es ist derselbe wie wie der letzte, Horst Köhler. Nicht, das ich ihn gewählt hätte – die Alternativen waren samt und sonders nicht wirklich berauschend – aber das ist ja auch völlig unerheblich.

In diesem Land hat die „Wahl“ eines Bundespräsidenten ungefähr soviel mit einer wirklichen Wahl zu tun wie die Wahl eines neuen Reichskanzlers im dritten Reich. Uns wird vom Kapital und deren Speichelleckenden Parteien einfach ein Mann oder eine Frau vorgesetzt – nach Abhaltung eines Rituals, das Fatal an die Ernennung eines neuen Politbüromitgliedes in der ehemaligen Sowjetunion aussieht.

Ich sag dazu nur eins, Horst Köhler ist nicht mein Präsident! Ich habe ihn nicht gewählt, ich durfte ihn nicht wählen, und die einzigen, die mich bei dieser „Wahl“ vertreten, die Mitglieder der Parteien aus Deutschland, scheren sich sich einen Dreck um meine Meinung.

Und deshalb: Halt die Fresse, Horst Köhler! Du hast überhaupt kein Recht, für irgend jemanden aus diesem Volk zu sprechen, der irgendwie an freie Wahlen oder Demokratie glaubt!





Kiel III – und dann war da noch …

22 05 2009

… der Aufkleber eines Tages an der Bushaltestelle – von irgendwelchen Kackbraunen Jungnazis, auf dem “wir lassen uns nicht kriminalisieren” stand. Ach? Ausländer und alles, was denen nicht in ihr beschissenes Arier-Weltbild passt zu verprügeln und krankenhausreif zu schlagen (oder zu töten), das ist also nicht kriminell? Naja, in Kiel scheinen ja auch eine menge von diesem Kackbraunen Pack herum zulaufen.

… dazu passt dann am Abend vorher dieser Spinner, der mit voll aufgerissener Musikanlage im Auto auf den Hof neben der Pension hier gefahren kam – mit den Böhsen Onkelz im Player und nachts um 1 oder so. Über Musikgeschmack kann man ja bekanntlich streiten oder nicht, meine erste Begegnung mit den b.o. war durch einen ehemaligen Arbeitskollegen, der mir ganz begeistert irgendein Lied von denen vorspielte, in dem es um Türken ging, und das die doch alle raus sollten, oder so. An meiner Meinung über diese band hat sich seither nicht wirklich viel geändert. Die Musik ist schlechter Hardrock (und ich mag Hardrock, BTW) und der Sänger mit seinem Vorpubertären ständigen gejammer nervt einfach nur.

… ein netter Abend im Stattcafé im Rathaus. Da gab es Jazz vom feinsten – mit Vera von Irgendwo (den Namen habe ich vergessen) am Klavier und noch 3 Typen, die so richtig schönen Bluesigen Jazz zum besten gaben. Das passiert da mit unterschiedlichen Bands alle zwei Wochen – für Umsonst. Ausserdem habe ich da dann noch ein nettes Mädel – eine Lehrerin aus Hamburg, die in Kiel arbeitet – kennen gelernt. Noch ein Grund, da öfters mal hinzugehen ;-)

… der Busfahrer neulich, der seine Busfahrerlaubnis oder Ausbildung, je nachdem, wohl am Nürburgring gemacht hat – ein solches geheize mit einem Gelenkbus hab ich bisher noch nicht erlebt, weder in Hamburg noch sonstwo. Inklusive dreier fast Vollbremsungen mit schreienden und Pöbelnden Businsassen – was den Busfahrer aber nicht weiter zu tangieren schien.

… die 5 oder 6 Besoffenen Kids auf einer dieser Landungsbrücken an der Kieler Förde, in der nähe eines Kreuzfahrtschiffes, die lauthals über die Förde grölten “H.S.V.” und “Scheiß St. Pauli”. Naja, wenn man sonst nichts zu tun hat … ;-)

… die Holtenauer Straße. Irgendwie soll das eine Einkaufsstraße mit “Flair” sein, aber von längeren Öffnungszeiten haben die anscheinend auch noch nichts gehört. Auf jeden Fall ist so ca. Gegen 18 Uhr fast überall Schicht im Schacht – natürlich mit Ausnahme von ein paar Cafés, die haben dann tatsächlich mal bis 19 Uhr oder so auf. Ab 20 Uhr habe ich abgesehen von 2 Kneipen weiter ausserhalb und dem Schweinske nicht wirklich irgendwas gesehen, was noch auf hat. Tja, Provinz halt ;-)

… der Flughafen. Kiel hat einen, jawohl! Keinen besonders großen, aber immerhin – als Landeshauptstadt muss man wohl einen haben, und sei es auch nur, damit der besoffene und in diesem zustand ständig “Stolz” auf sein Land seiende Landesvater im Falle, das seine Landeskinder vielleicht irgendwann mal die Nase voll haben von ihm und ihn gerne an einen der in Kiel durchaus vorhandenen Bäume knüpfen wollen, besser flüchten kann. Einen anderen Zweck kann ich mir für den Flughafen nicht wirklich vorstellen – ich bin jetzt jeden tag auf dem Weg zur und von der Arbeit daran vorbei gefahren und habe erst sage und schreibe ein (EIN!) Flugzeug, irgendwas kleines einpropelleriges, dort starten sehen. Also nicht wirklich viel, sag ich mal.





Kiel II – Die Stadt.

22 05 2009

Kiel ist keine schöne Stadt. Das ist zumindest der erste Eindruck, den man bekommt, wenn man mit dem Zug ankommt. Der Bahnhof, ein typischer Sackbahnhof, wie er in anderen Orten auch steht, ist zumindest von der Fassade her teilweise Ursprünglich – erstaunlich eigentlich, das, wenn man sich danach in Kiel umschaut, der Bahnhof nicht einem Schuhkarton nachempfunden und erbrochen wurde wie z.B. der Altonaer Bahnhof. Wenn man dann durch die Innenstadt läuft, bekommt man von erbrochenen Betonklötzen allerdings mehr als genug geboten. Ein grauenhaftes Betongebilde reiht sich an das andere, und auf die Idee, einfach diese ganzen Betonburgen mit Einkaufspassagen zu durchlöchern, sind die Kieler dann auch gekommen. Wahnsinnig Originell und – beliebig.

Wenn man dann durch die Fussgängerzone weiter läuft (bzw. geht bzw. in meinem fall schlendert), dann wird es so langsam doch etwas interessanter. Zumindest gibt es den einen oder anderen Altbau, der es irgendwie geschafft hat, der Bau- und Betonwut diverser durchgeknallter Architekten zu entgehen und einem eine leise Ahnung davon geben kann, wie Kiel vielleicht einmal ausgesehen haben mag – vor dem Krieg oder so.
Der Innenstadtbereich an der Förde mit der Schwedenfähre ist eine einzige Enttäuschung – abgesehen vielleicht von den Leuten, die auf Verbotsschilder stehen. Davon gibt es entlang der Förde eine Unmenge. Hochsicherheitsbereiche direkt an einer Fähre – eigentlich würde ich so etwas ja eher bei einem Flugzeugträger erwarten, aber in den Zeiten, in denen wir leben und in denen jeder, der nicht Polizist oder Soldat ist, anscheinend ein Potenzieller Terrorist ist, gilt halt auch hier jede menge Panikmache. Ach ja, angeln verboten, Betreten Verboten, usw., ein Fest für jeden Verbotsschilderfetischisten.

(Ich stelle gerade fest, das die Rechtschreibprüfung dieses Rechners das Wort Verbotsschilderfetischisten nicht beanstandet – sind schon merkwürdige Leute, diese Rechtschreibprüfungsprogrammierer ;-) )

Wenn man dann weitergeht – in meinem Fall auf dem weg zu meinem Zimmer – kommt an über die Bergstrasse, die nicht zu unrecht so heißt, sie geht nämlich einen Berg hoch. Vorher kommt man allerdings noch an einem Tümpel direkt gegenüber der Schwedenfähre vorbei, wo sich bei schönem Wetter anscheinend diverses Volk zum klönen und Kaffeetrinken trifft. Apropos Kaffee… es gibt eine Unmenge Cafés in der Stadt. Zur (geringen) Beruhigung aller Balzac-Hasser, nein, es ist nicht Balzac, auch nicht Starbucks oder so, wie in Hamburg, der örtliche Kaffeeröster heißt diesmal Campus. Der hat es aber anscheinend geschafft, sich an jeder Straßenecke der Stadt niederzulassen. Vorbei dann am Lorenzendamm mit noch 2 Tümpeln (ich vermute einfach mal, das sind Reste einer Stadtbefestigung, einer Wallanlage oder ähnlichem, aber da kann ich mich natürlich auch täuschen) kommt man dann zur Bergstraße, mit dem Tucholski und anderen Etablissements wie dem Hinterhof (ich vermute einfach mal, das das ding noch so heißt, ich war mal vor Jahren da, aber bisher hab ich es noch nicht geschafft, hinzugehen), die aber einen irgendwie ziemlich desolaten Eindruck machen – angeblich soll es da wohl gebrannt haben.

Dann kommt der Dreiecksplatz und die Holtenauer Straße, da ganz am ende habe ich mein Zimmer. Die Holtenauer beginnt als eine Art Flanierstraße mit Arkaden, wird dann zu etwas mit einem Hauch von Studentenviertel und wird dann zu einer ganz normalen Straße. Übrigens gibt es auch hier den einen oder anderen Altbau, also nicht ganz Kiel besteht nur aus Betonburgen.
Übrigens habe ich neulich das so-genannte Kieler Schloss entdeckt – falls es denn tatsächlich das Schloss war – man könnte es ob seiner gewaltigen Größe doch recht leicht übersehen. Vielleicht könnte man es aber auch nicht übersehen, wäre nicht einer der oben schon erwähnten größenwahnsinnigen Architekten mit jenem Schlösschen in einen wie auch immer gearteten “Dialog” getreten (so heißt es doch bei Architekten immer), das Ergebnis ist, wie soll ich sagen… ich würde es einmal ganz vorsichtig als eine Vergewaltigung alter Bausubstanz bezeichnen.

Apropos Vergewaltigung – diese Stadt wird auch noch auf andere weise Verunstaltet – durch das Militär, in diesem fall die Marine. Irgendwie könnte man fast vermuten, wir befinden uns im Krieg, an dem die Marine und irgendwelche Hubschrauberverbände beteiligt sind (naja, gut, bevor jemand etwas sagt, wir befinden uns im Krieg – anscheinend in mehr, als einem lieb sein kann). Es macht fast den Eindruck, als wäre kiel einfach nur eine große Garnisonsstadt mit ein paar angeschlossenen Wohnvierteln. Das Militär ist hier fast überall und noch nie habe ich so viele Wagen der Bundeswehr in einer Stadt herumfahren sehen wie hier.
Vielleicht hätte man ja bei der Gründung des Landes Schleswig-Holstein die Landeshauptstadt nicht unbedingt mitten in eine Marinestützpunkt setzen sollen. Flensburg ist doch eine sehr viel schönere (und weitaus zivilere) Stadt, oder Schleswig oder so…





Kiel I – Arbeit!

22 05 2009

So, ich wollte ja schon länger mal wieder etwas schreiben, das tue ich hier mit. Nach dem Stress nach dem ende der Weiterbildung (ich erzählte ja schon davon) und dem Chaos um den Praktikumsplatz bin ich ja dann Schlussendlich nicht in Heikendorf gelandet (zum Glück, muss ich im Nachhinein sagen – nach dem, was ich von anderen über das gebaren des Chefs dort erfahren habe, wäre das wohl eine extrem schlechte Lösung gewesen), sondern in Kiel-Friedrichsort bei der Lindenau-Werft. Nun gut, die sind (ich verrate da ja nichts, das steht ja in allen Zeitungen) insolvent, aber – und das ist schon mal ein großer Vorteil – ich arbeite dort genau mit dem, was ich in der Weiterbildung gelernt habe, mit TRIBON M3.

Also Schiffskonstruktion bzw. in meinem fall zur Zeit Modelle erstellen und Piping. Also im Prinzip das verlegen von Rohren in ein Virtuelles Schiffsmodell. Das, ein Tanker für die Seychellen, wird bereits gebaut, die “Hülle” steht schon, und in einem Monat soll das Schiff wohl fertig sein. Tja, das Praktikum habe ich ganz gut anscheinend herum gebracht. Ich hätte ja das Praktikum sehr gerne noch um 4 Wochen verlängert, aber die ARGE bzw. Das Arbeitsamt sind der Meinung, 3 Wochen Praktikum sind genug – alles weitere würde an “Ausnutzung” durch die Firma grenzen und wird deshalb nicht bewilligt (da gibt es irgendwelche ganz klaren Gesetze). Gut, vom Grundsätzlichen her könnte ich es ja verstehen, das ein Praktikum nicht ausarten soll, aber andererseits halte ich 3 Wochen für extrem kurz.

Das hat eher etwas von einer Betriebsbesichtigung, wie sie Schüler irgendwann von der Schule aus machen – und außerdem will ich ja nach Möglichkeit mehr Praxis in meinem neuen Job bekommen – damit steigen ja hoffentlich auch die Chancen, womöglich doch endlich mal (so es die Wirtschaftskrise zulässt) einen dauerhaften Job zu bekommen.
Naja, auf jeden Fall wäre das Praktikum ja nach 3 Wochen zu ende gegangen und ich wäre wieder ganz normal Arbeitslos – als ich meinem Chef erzählte, das es mit einer Praktikumsverlängerung nicht klappt (der und Lindenau hätten da nichts gegen gehabt), war sein recht kurzer Kommentar nur: “Schade.”. Oder so ähnlich.

Ich hab ihn dann einfach (zu verliehen habe ich ja mit meinem Hartz4-Geld eh nichts mehr) gefragt, wie es denn mit einer Einstellung aussehen würde – dreist, oder? ;-)

Nun, anscheinend habe ich einen gar nicht so schlechten Eindruck bei Ihm hinterlassen, auf jeden Fall war er nicht ganz abgeneigt. Und so habe ich jetzt tatsächlich einen Vertrag bei Lindenau – leider, LEIDER nur bis ende Juni – wie gesagt, die Firma Lindenau steht unter Insolvenz, und es hat mich eh überrascht, das die dem überhaupt zugestimmt haben. Anscheinend bin ich wohl doch nicht zu doof zum Arbeiten, wie mir die ARGE und die diversen Politiker, für die Hartz4-Empfänger nur noch Ausschuss sind, weismachen wollten in den letzten Jahren. Pech, das Lindenau im Moment nur bis Ende Juni zu tun hat – danach weiß da anscheinend auch noch kein Mensch, wie – und ob überhaupt – es dort weitergehen wird.

Es wäre natürlich schön, wenn ich dort länger Arbeiten könnte. Die Arbeitskollegen sind nett und das Betriebsklima hat so ein bisschen was “Familiäres”, nicht wie in den großen Konzernen zum Beispiel (ich denke da nur an das, was ich von Thyssen – also HDW in Kiel oder Blohm und Voss gehört habe), obwohl es natürlich durch die ganze Situation schon leidet.





Fuck You, ARGE!

11 05 2009

Ich bin gerade höllisch genervt – eigentlich wollte ich ja mal einen längeren Bericht über mein Praktikum in Kiel hier schreiben und erzählen, wie es weitergeht mit mir… aber das muss ich dann doch auf nächste Woche oder so verschieben.
Am Titel kann man aber wohl schon sehen, das ich mal wieder jede Menge lustigen Spass mit der ARGE habe :-( Naja, auch dazu später, wenn ich mich beruhigt habe und nicht mehr nur in Schimpfwörtern rede, mehr.





Nur mal kurz…

2 05 2009

Ich hab eigentlich auch an diesem Wochenende so gar keine Zeit, und auch wenig Lust – gebe ich mal zu – groß was hier zu schreiben. Zur Zeit mache ich ja ein Praktikum in Kiel. Die Arbeit da ist nicht schlecht, wäre natürlich schön, wenn da auch ein Job bei herausspringen würde. Aber dazu später – nach dem Praktikum – mehr. Es gibt halt eine Menge Probleme, die ich gerade wälze – die meisten davon haben mit meiner Zukunft (und mit Geld, und der ARGE, und, und, und…) zu tun. Aber einen Satz, gefunden bei Juliehamburg (bzw. bei Duckhome möchte ich euch dann doch nicht vorenthalten:

Die gefallenen Soldaten mahnen!: [...] Die Erkenntnis, dass sich Deutschland im Krieg befindet, das ist die Angst der Herrschenden. Sie haben nicht nur unser Land ruiniert, unsere Gesellschaft geteilt und vergiftet, die Zukunft unserer Kinder vergeudet und die Demokratie die Misskredit gebracht. Nein, sie haben uns auch noch in einen Krieg verwickelt. In einem Krieg für die Interessen Anderer. Damit sie weiterhin ihr schmutziges Geschäft betreiben können, wollen sie diesen Krieg vertuschen. [...]

(Via Mein Politik-Blog.)

Eine schöne erste Maiwoche wünsch ich euch!








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