Ein paar Gedanken, die mir kamen, als ich diesen Text bei F!XMBR gelesen habe:
Komisch. Früher habe ich Science Fiction Bücher gelesen, in denen lebte die Menschheit relativ glücklich in einer Zukunft, in der alle die gleichen Chancen hatten, alle mehr oder weniger zufrieden waren und auch das Wissen frei zugänglich war – für alle.
Oder Täusche ich mich da jetzt? Gab es solche Bücher gar nicht? Vielleicht war das ja jetzt nur ein verzweifelter Traum von mir – zumindest in meinem Bücherschrank gibt es nur Werke, die von einer merkwürdigen Gesellschaft erzählen, die dem, was in dem Text von Chris gezeichnet wird, sehr nahe kommt – oder besser gesagt, wohl dem Anfang einer in diesen Büchern geschilderten Zukunft sehr nahe kommt.
Wissen? Nur für die, die es sich leisten können. Werbung, Tagein, Tagaus – natürlich alle Produkte auch nur für den, der sie sich leisten kann – alle anderen werden mit diesem „schönen Schein“ in dem Glauben bestärkt, es gebe einen Weg nach „oben“, dahin, wo man sich all das dann auch leisten kann.
Der Geist in der (Buchdrucker)Maschine hat Gott getötet – einen Gott, der einem ein Paradies versprach, natürlich erst nach dem Tod. Während des Lebens (das hatte nur zweitrangige Bedeutung, wichtig war nur, was danach kam) hatte man diesem Gott zu huldigen – durch Arbeit für seine Priester und den eigenen „Herrn“.
Die Aufklärung begann damit, dass zum Ersten Mal der einfache Mensch – Bauer, Handwerker, Lohnarbeiter, Frauen (vor der Aufklärung und noch lange danach waren Frauen nicht viel mehr als Gebärmaschinen und sowieso „Schuldig“, dank der „Frohen Botschaft“ der Bibel) – billig an Wissen kam (nicht „Billiges“ Wissen, das was uns heute tagtäglich in diversen Zeitungen und Büchern geboten wird, „Billig“ im Sinne von „ich habe dieses „Echte“ Wissen günstig und ohne irgendwelche Zwänge erworben“), durch das per Maschine kopieren von Büchern, Flugblättern und Zeitungen.
Und jetzt? Gott ist immer noch tot, aber ein anderer Gott – Gott Mammon – wacht langsam auf und führt den Menschen zurück in das Dunkle Zeitalter, in dem es Wissen, beziehungsweise „Information“ nur noch für den gibt, der dafür bezahlt und vor allem auch bezahlen kann.
Wer etwas wissen will, der erreicht das nur, indem er den neuen Hohepriestern dieses Gottes Opfert … und alle Ungläubigen – die, die tatsächlich der Meinung sind, es gäbe ein „Recht“ auf freie Information – die werden diesem Gott ebenfalls geopfert – man wird sie Einsperren, Brandmarken und – wer weiß, es kommen dunkle Zeiten – vielleicht bald auch Foltern und Hinrichten.
So, wie es in anderen Ländern schon passiert.
Bildung, das ist der Weg zum Wissen – und Wissen, das ist Macht. Natürlich darf der einzelne kleine Mensch nicht zu viel Macht haben (und Macht bedeutet heute immer auch Geld, wo dann wieder unser neuer Gott ins Spiel kommt), deshalb wird zuerst die Bildung erschwert oder zur Billigen (dieses mal im abfälligen Sinne von „billig“ gemeint) Bildung degradiert – wie man heute unschwer an zum Beispiel dem Bachelor beim Studieren sehen kann – und das Wissen, das man sich selber beibringen könnte, unabhängig von Universitäten oder Professoren, das wird so Teuer gemacht, das es sich nur noch eine kleine Schicht derer, die ihrem Gott genug opfern, leisten kann.
Irgendwie sind die Zeiten der Aufklärung vorbei – vielleicht ja für immer. Jetzt geht es wieder darum, das der Mensch – wie ein Tier – Dumm „gehalten“ wird, damit er nur ja nichts gegen seine „Herren“ unternimmt – was er nicht weiß, das bekümmert ihn auch nicht. Die, welche davon Profitieren sind die, die auch die Wa(h)re Macht haben – nicht irgendwelche Politiker, die immer noch der Meinung sind, sie würden etwas gestalten, sondern diese Hohepriester des Geldes. Das sind die wahren Gewinner, alle anderen – Wir – sind nur eine stumpfe Masse, die man wie Kühe Melken kann und dann schließlich zur Schlachtbank führt.
Schöne neue Welt.
(Bild: The worship of Mammon, Evelyn de Morgan, Wikimedia Commons.)