Es ist raue See. Der Freibeuter schlingert durch Untiefen, das rettende Ufer ist zwar in Sicht und nicht allzu weit entfernt, aber es liegen noch so einige Hindernisse auf dem weg. Das eigentliche Ziel, die Glückverheissende Mythische Insel “Erste Liga“, hat man schon lange aus den Augen verloren. Den meisten zahlenden Passagieren auf den Decks war das auch von anbeginn der Reise klar, SIE wollten da gar nicht hin… bei dem Reeder und dem Kapitän war das nicht von anfang an klar – und was die Marktschreier des Heimathafen St. Pauli anging, die träumten bis weit in den Dezember hinein von jener Sagenhaften Insel, in deren Gewässer das Goldene Vlies jedes anständigen Kaperfahrers und Freibeuters kreuzt, die Rautenbeflaggte St. Ellingen des HSV! Was für eine Beute! Doch Halt! Noch ist der Tag nicht gekommen…

Das Abstiegsgespenst geht um...
Hauptsache, am sicheren Ufer des Zweite Liga-Landes bleiben und ordentliche, sichere Beute erkapern!
“Hoho! Schiff in Sicht!”
Ruft es vom Ausguck! “Klarmachen zum Entern”, tönt es vom Käptn, und alle Mann an Deck!
Es ist – die Hansekogge! Einen weiten weg hat sie hinter sich, aus der ferne des wilden Ostens kommt sie. Manch Gefecht und wilde Scharmützel haben sich der Freibeuter und die Kogge schon auf hoher See geliefert. Die letzte Schlacht, in der nähe des Hafens im Osten, ist allen an Deck des Freibeuters noch in schlechter Erinnerung. Revange! Ist das Zauberwort, das bei Matrosen und Passagieren Mantra-Artig geflüstert, gerufen und geschrieen wird.
Und… angeschlagen ist sie, die Kogge! Mit einer schweren Schlagseite kämpft sie sich mühsam durch die Raue See. Die Eigentümer haben den Kapitän der Kogge schon auf die Planke geschickt! Durch das Fernrohr kann man erkennen – auch die Kogge trägt einen wüsten Haufen und mit Feuer bewaffneten Pöbel.
Klar Schiff zum Gefecht!
Doch es ist die angeschlagene Hansekogge, die mit zwei Kanonenschlägen ein erstes finsteres Zeichen setzt! Schwer angeschlagen taumelt der Freibeuter durch die See, die Matrosen an Deck sind vor Schreck erstarrt und der Kapitän schaut Rat- und Hilflos in die Ferne. Nur die Passagiere sind noch wach und versuchen, die Besatzung des Freibeuters wieder aus ihrer Lähmung wachzurütteln.
Stark angeschlagen entfernen sich die beiden Schiffe voneinander – Wunden lecken ist angesagt bei den Freibeutern!
Der Kapitän wechselt ein paar Matrosen aus und spricht ein Machtwort!
Wie der Chronist dieses Seegefechtes hinterher erfuhr, verließ ein ihm persönlich bekannter Passagier entnervt das Schiff, um sich in einer üblen Hafenspelunke hemmungslos dem Frustsaufen hinzugeben…. ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte!
Denn… der Freibeuter raffte sich nochmal auf und griff die Hansekogge ein zweites mal an! Und diesmal war des Freibeuters Glück wieder da und der Klabautermann hatte ein einsehen!

Die dümmsten "Fans" der Liga Nebeln sich ein...
Erst ein gut plazierter Schuss des Kanoniers Morike Sako, und dann ein Doppelschlag des Kanoniers David Hoilett schlugen die Hansekogge vernichtend!
Wenn das Glück dem Freibeuter auch weiterhin hold ist, dann wird er zum Ende der Kapersaison einen sicheren Hafen in der Zweiten Liga erreichen.
Und die Hansekogge? …. Die wird samt ihrer Passagiere im Morast der dritten Liga oder als Fischfutter enden.
Nachtrag des Chronisten: Es wurden auch Berichte anderer Passagiere und Augenzeugen dieses heroischen Gefechts überliefert… unter anderem von Jekylla, von deren Bericht ich hier kurz zitieren will:
“Gott, war das aufregend! Das war nervenzerfetzend, unglaublich, unfassbar, so wundervoll und wenn ich bis gestern abend nicht mehr wusste, warum ich mir das antue, die Antwort sind diese zweiten 45 Minuten.”
und von Curiousities, den ich hier ebenfalls mal zitiere:
“Zu schön klang das “Nie mehr zweite Liga” aus dem Stadion, und es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Rostocker ihren Lieblingsschlachtruf “Scheiss St. Pauli” bald in der dritten Liga, oder noch weiter unten, anstimmen könnten. Als Gegner brauchen die uns dazu eh nicht, das singen sie ja auch jetzt schon, egal gegen wen sie gerade spielen. Wers braucht.”
Der Freibeuter hat übrigens auch ein Maskottchen… und jenes liefert auch eine Chronik der Ereignisse, sogar mit Bildern! Kurzes Zitat:
“Was war da gestern am Millerntor geschehen? Ein absolut unglaubliches Spiel mit zwei Halbzeiten, die unterschiedlicher nicht sein können. Rückstand der Boys in brown schon nach 5 Minuten, eine kopflose Mannschaft auf dem Platz, die in bester Auswärtstradition eine schwache Abwehr mit einem nicht-existierenden Angriff und einem ideenlosen Mittelfeld kombinierte.”
Des Chronisten Pflicht ist es natürlich auch, auf andere Berichte hinzuweisen, die es wohl demnächst bei The Boys & Eve, Ring2, Gegengeraden-Gerd und dem FC St. Pauli Fanclub Hafenklang geben wird – so sie denn alle nüchtern nach dem Festgelage wieder an Deck stehen
Wer übrigens mal sehen will, wie der “Typische” Freibeuter während der Kaperfahrt gekleidet ist, der kann sich ein Bild beim Pantoffelpunk ansehen.