Zugfahren.

24 06 2009

Ich mag ja Zugfahren – Eigentlich. Man setzt sich in ein Abteil, genießt die Aussicht, grübelt über dies und das, und irgendwann steigt man wieder aus.

Eigentlich.
Die Realität sieht dann leider doch etwas anders aus. Da war zum Beispiel heute die durchsage im Zug “Junger Mann in der Toilette, können sie mich hören? Sie müssen noch ein wenig ausharren, wir kriegen die Tür nicht auf“. Oops, kann man da nur sagen :-) Die durchsage kam irgendwo vor Trist Wrist, da hielt der Zug dann nur kurz, und in Neumünster hieß es dann, der Zug habe einen etwas längeren Aufenthalt, wegen eines Personeneinsatzes.

Merkwürdiges Wort! Aber die Zugführerin (übrigens eine hübsche – nur mal so nebenbei ;-) ) erzählte mir dann, das  in Neumünster endlich Leute gekommen wären, die den jungen Mann aus seinem Gefängnis in der Zug Toilette befreit haben. Pech natürlich für den jungen Mann, wenn der nun ausgerechnet in Wrist aussteigen wollte… man sollte also vorsichtig sein beim benützen der Toiletten in Zügen der deutschen Bahn.
Die Woche vorher, bei der Rückfahrt nach Hamburg, da fuhr der Zug, wie der Schaffner irgendwann nach Abfahrt mitteilte, nicht über Dammtor (da Steig ich sonst immer aus) zum Hauptbahnhof, sondern würde nach Altona fahren – und hätte auch noch ein bisschen Verspätung. Extremes Pech in dem Fall für die Mitreisenden, die zum Beispiel einen Anschlusszug bekommen wollten – am Hauptbahnhof.

Dann sagte der Schaffner dann auch noch kurz vor Hamburg durch, das irgendein ICE am Hauptbahnhof leider nicht warten könne… merkwürdig eigentlich, wo doch fast alles, was bei der Bahn unterwegs ist, Verspätung hat – aber ICE bilden da wohl eine Ausnahme, oder vielmehr, sie sollen sie wohl bilden. Stimmt aber auch meistens nicht. Ich weiß nur, das die Teile in den meisten Fällen vorfahrt haben – das heißt, alle anderen Züge haben sich den ICE unterzuordnen.
Ein anderes mal fing die Rückfahrt nach Hamburg (die Hinfahrten Montags morgens um 5:20 Uhr sind meist unproblematisch, aber wer außer ein paar verrückten wie mir fährt schon so früh mit der Bahn?) Schon damit an, das es in Kiel hieß, der Zug habe 20 Minuten Verspätung. Dann kam eine dieser kleinen Spielzeugbahnen, so ein aus 2 Waggons bestehender Minizug, wie er bei der AKN oder in Schleswig-Holstein auf vielen Nebenstrecken verkehrt, und auf einmal hieß es am Gleis, das wäre der Zug nach Hamburg.
OK, die normalen Züge, also diese Doppelstock-Waggons, sind am Freitag meist Brechend voll, und nun drängelte sich also alles, was da am Bahnsteig herumstand inkl. Mir, in diese zwei Waggons. Übrigens, nachdem wir mit ein paar Leuten den Lokführer gefragt hatten, ob denn nun wirklich und so… der telefonierte dann ein paar mal, sagte erst, das er nur bis Neumünster führe und die Bahnhofsdurchsage falsch sein müsse, meinte dann aber irgendwann, seine Spielzeugbahn würde tatsächlich nach Hamburg weiterfahren. Daraufhin ging dann das Gedränge los…
Nach einer gewissen Zeit, als sich so gut wie alle auf dem Bahnsteig befindlichen Personen irgendwie in diese Bahn gequetscht hatten, da kam dann die nächste durchsage… “dieser Zug wird ausgesetzt, alle Personen hätten den Zug zu verlassen, es wird ein Ersatz Zug bereitgestellt“.
Nun ja, DAS hätte sich die Bahn wirklich schon mal ein paar Minuten früher einfallen lassen können.
Wir warteten dann noch ca. 10 Minuten, dann kam endlich einer der “normalen” Züge – und dann, mit etwa 40 Minuten Verspätung, fuhr er dann auch tatsächlich los.
Für einen allgemeinen Lacher sorgte dann der Schaffner, als er kurz nach abfahrt des Zuges bekannt gab, das “Voraussichtliche Fahrziel” wäre Hamburg Hauptbahnhof. Na ja, bei der Bahn weiß man anscheinend nie wirklich, wo man im Endeffekt ankommt… aber vielleicht wollte der Schaffner ja auch nur die Stimmung ein wenig Auflockern – dann war das Psychologisch aber wirklich sehr geschickt!
Apropos locker… Ich finde es ja immer wieder unglaublich, wie sich viele Leute in oder vor Zügen aufregen können! Klar, mich nervt dann auch so manches – aber irgendwie muss man das mit der nötigen Gelassenheit angehen, ändern kann man, wenn man erst mal in einem Zug sitzt, daran wenig. Und, je gelassener man selber ist, desto gelassener und entspannter sind dann meist auch die Schaffner (oder das Zugpersonal, oder wie auch immer die jetzt heißen mögen).
Was mir während der letzten Wochen auch noch aufgefallen ist in den Zügen – sie stinken! Dieser normale Zug heute, einer von den ganz normalen, nicht doppelten, roch ganz erbärmlich nach irgendetwas undefinierbarem, das war schon ziemlich gruselig! Und diese Doppelstockzüge stinken nach Klo – und zwar überall, auch an der am weitesten von irgendeinem Klo entfernten Ecke.

Außer vielleicht in der ersten Klasse, da sind nämlich Türen vor.

Wahrscheinlich aus genau dem Grund – um den Gestank und den Pöbel außen vor zu halten.
Irgendwann werd ich das auch mal antesten mit der ersten Klasse – einfach nur mal so :-)
Aber wie gesagt – eigentlich mag ich ja Zugfahren ;-)





Kiel VI – Unsympathisches (nicht nur in Kiel!)

17 06 2009

Ok, der Titel passt nicht so ganz… unsympathisches gibt es überall – aber gleich das erste, was mit in Kiel auffiel, war das Gebäude, das ihr hier unten sehen könnt. Die (glaube ich) ehemalige Landesbank von Schleswig-Holstein, heute besser bekannt bzw. berüchtigt unter dem Namen HSH-Nordbank.
Geldverbrennungsanlage HSH Nordbank
Nun ja, Bänker ist ja sowieso heutzutage so ziemlich das unsympathischte, was man überhaupt sein kann, aber im Fall der Nordbank hat es ja auch direkte Auswirkungen auf mich selber – so Jobmässig…
So ist es zum Beispiel so – jetzt nur mal als Beispiel, wie gesagt – das die Werft, auf der ich arbeite, den Auftrag kriegt, ein Schiff zu bauen. Die Finanzierung des Schiffes ist bereits gesichert und abgeschloßen. Es geht “nur noch” um die so-genannte “Zwischenfinanzierung. Das heißt, es ist so, das ein Reeder ein Schiff in einer Werft bestellt, die Werft aber die ersten Schritte selber Finanzieren muss, bis ein erster Teil fertig ist und der Reeder (oder wer auch immer das Schiff bestellt hat, dann seinerseits für das abgelieferte (Pläne, Fortschritte, wie auch immer) bezahlt.
Und diese Zwischenfinanzierung, die übernimmt normalerweise in den Küstenländern in Deutschland die HSH-Nordbank, also die ehemaligen Landesbanken von Hamburg und Schleswig-Holstein.
Wenn die natürlich “ihr” Geld, statt es in vernünftige Projekte zu stecken (wie gesagt, die Finanzierung des Schiffes ist bereits gesichert) wie wildgewordene Idioten an der Börse verzocken, ohne dafür auch nur ansatzweise zur Rechenschaft gebeten zu werden, dann ist klar, das z.B. die Werften, die auf diese Zwischen- oder Vorfinanzierung angewiesen sind, ein problem kriegen… gerade in der Heutigen Zeit, wo sich fast alle Banken sich bis auf die Unterhose an der Börse (oder wo auch immer in welchen dubiosen Geschäften) verspekuliert haben.

Von daher hängt mein jetziger, zeitlich begrenzter und vielleicht ja (hoffentlich!) auch zukünftiger Job direkt mit dieser Bank zusammen… nicht wirklich ein Grund, in dieses Gebäude (bevorzugt, wenn alle Aufsichtsräte und Manager anwesend sind) nicht doch eine ganz große Bombe zu schmeißen…

Ich sag ja bloß…. das ist jetzt kein Aufruf zu einem Attentat oder so ;-)

Etwas anderes extrem unsympathisches gab es ein paar Tage lang direkt bei mir in der Nachbarschaft, auf dem Weg von der Pension zum Bus, zu “bewundern”:

Aber so eine Scheiße ist nun wirklich nichts Typisches für Kiel… aber hier ist es mir halt aufgefallen, weil ich mehrere Tage daran vorbei gelaufen bin.





Kiel V – Arbeitswege…

13 06 2009

Von meiner momentanen Arbeitsstätte aus, hier mal ein kleines Bild, kann man, wenn man Zeit hat, nach der Arbeit wunderbar mit der Fördefähre bis nach Kiel fast direkt an den Bahnhof fahren. Und Zeit ist nach der Arbeit in Kiel ja nicht wirklich mein Problem ;-)
Lindenau Dock 2

Dazu geht man von der Werft aus etwa 300 Meter und landet dann hier, an der Friedrichsorter Landungsbrücke:
Landungsbrücke Friedrichsort

Von da aus geht es dann über mehrere Stationen, unter anderem Heikendorf, hier mal kurz aufgenommen, weiter bis zum Bahnhof.
Heikendorf

In Heikendorf sollte ich ja ursprünglich mal mein Praktikum machen – mittlerweile bin ich so etwas von froh darüber, das es da nicht geklappt hat und ich statt dessen bei Lindenau arbeite, wenn auch voraussichtlich nur noch ein paar Wochen. Aber dazu, und zu den Chancen später, schreibe ich hier bestimmt noch was….





Kiel IV – An der Kiellinie

13 06 2009

Neulich bin ich mal an der so-genannten Kiellinie entlang geschlendert – zu Fuss von meiner Pension bis zum Bahnhof. Ich weiß nicht, ob der gesamte Bereich an der Förde sich Kiellinie nennt, aber ist ja auch egal, oder? :-) Gleich in der näher der Pension, um die Ecke sozusagen, befindet sich ein Riesiges Marine-Areal, der Tirpitzhafen. Mit einer Menge Kriegsschiffe und, welch ein Glück für mich, der Gorch Fock. Die hab ich dann gleich mal auf einem Foto festgehalten:
Die Gorch Fock am Tirpitzhafen

Ein Stückchen weiter entlang des Ufers dann dieser Tolle Anblick hier, den ich auch gleich mal festhalten musste. Eine hübsche Fahrradfahrerin (Kiel hat übrigens eine menge hübsche Frauen – wollte ich nur mal so nebenbei erwähnt haben…), die mich dieses Teil fotografieren sah, meinte zu mir, das dieser Einkaufswagen seit Vatertag da liegen würde.
Na gut, mit irgendwas muss man ja seine Bierkästen transportieren – und wohin dann mit dem Wagen? Richtig, ab in die Förde! Ich sollte demnächst noch mal da längs und nachschauen, ob er da immer noch ist.

Übriggebliebenes vom Vatertag

Weiter entlang der Kiellinie kommen dann eine Menge Häfen – meistens Yachthäfen. Unter anderem einer für alte Segler, auf denen man Touren Buchen kann zum mitsegeln. Da habe ich diesen schönen Segler aufgenommen:
Schöner alter Segler

Diese Wunderschöne Yacht lag dann auch in irgendeinem der vielen Liegeplätze herum… da kommt man doch ins Träumen, oder etwa nicht?
Meine Traumyacht!

Und noch ein Detail…. ihr merkt es schon, ich liebe alte Schiffe!
Segelschiffdetails

Irgendwo an der Förde steht dann dieses Denkmal, gestiftet soweit ich mich erinnern kann von einem Schwedischen Reeder und zusammengeschweißt aus alten Stahl-Schiffspanelen. Das ganze soll wohl die Verbundenheit von Schweden und Kiel über das Meer Symbolisieren, oder so… Die Bilder habe ich alle schon vor ein paar Wochen gemacht, und komme leider erst jetzt dazu, mal in Ruhe was dazu zu schreiben, deshalb nachsicht mit meinem Schlechten Gedächtnis :-)
Denkmal

Noch ein Denk- bzw. Mahnmal, irgendwas für die Gefallenen des 2ten Weltkrieges, oder so. Es fällt schon auf, das in Kiel eine Menge Denkmäler für irgendwelche Marineopfer stehen (klar, als Marinestützpunkt ist das nichtr wirklich ein Wunder).
Mahnmal
Was mich allerdings mal Interessieren würde – falls hier mal ein Kieler mitliest, gerne mal Tipps und Infos rüberreichen! – gibt es in Kiel eigentlich auch eine Gedenkstätte für die Revolution bzw. den Matrosenaufstand vom November 1918?
Update: Ok, eine Suche bei Wikipedia brachte dann schon ein bisschen was…. ich denke mal, ich werde mir die Standorte dann auch mal anschauen demnächst.

Beim Kieler Schifffahrtsmuseum gibt es eine Hansekogge zu bestaunen. Leider keine “Echte”; soweit ich weiß, wurden bisher noch nicht viele Überreste von Koggen aus der Hansezeit gefunden, aber auf jeden Fall ein sehr schöner Nachbau!:
Hansekogge

Noch so ein Traum von einer Segelyacht… ich gestehe ja, an soetwas würde ich ja gerne mal mitbauen (oder konstruieren), aber besitzen tät ich so ein Sahneschnittchen ja auch schon gerne :-)
Ein Traum von einem Segler

Dieses Teil hier – auch nicht schlecht! Zuerst hatte ich dabei an Darth Vader gedacht, aber es gibt etwas viel, viel schöneres dazu:

[...] “Das”, sagte er, “das… ist aber gar nicht gut für die Augen…”
Ford guckte. Auch ihm blieb der Mund offen Stehen.
Es war ein Raumschiff von ganz klassischem, einfachem Design, wie ein abgeflachter Lachs, zwanzig Meter lang, sehr pur, sehr glatt. Nur eines war bemerkenswert daran.
“Mann, ist das… schwarz!” sagte Ford Prefect. “Man kann ja kaum seine Konturen erkennen… das Licht versackt einfach darin!”
Zaphod sagte nichts. Er hatte sich schlicht und einfach verliebt. [...]

Die Yacht, die Darth Vader segeln würde
(Zitat aus Douglas Adams, “Das Restaurant am Ende des Universums”)

Tja, und zum Abschluss dann noch ein bisschen was für das Fernweh…. die Schwedenfähre, kein absolutes Highlight fürs Auge, aber gerade auf dem Weg Rückwärts vom Liegeplatz gen Schweden… und ich gestehe, ich würde sofort alles stehen und liegen lassen und mitfahren.
Schwedenfähre

Noch mehr Bilder warten schon… gibt es auch demnächst hier!





Nachts in Kiel…

13 06 2009

Ich wohne ja in Kiel ziemlich dicht am Kanal. Heute wollte ich eigentlich mal früh ins Bett gehen, nachdem ich in den letzten Tagen doch immer sehr spät Schlafen gegangen bin. Doch daraus wurde nichts – ich bin zwar früh ins bEtt, wurde dann aber auch so gegen 24 Uhr durch eine Polizeisirene geweckt. Das ist hier in dieser relativ ruhigen gegend noch nie passiert. Dann folgte eine Sirene nach der anderen, so das ich schliesslich absolut wach war.

PICT0528
Ein Blick aus dem Fenster meines Hotelzimmers, im Hintergrund, da wo die Zwei Türme stehen, ist der Kanal – mit einem Haufen von Öltanks.

Ich hab dann mal kurz aus dem Fenster geschaut und siehe da, es brennt! In nächster nähe. Erst dachte ich, es währe vielleicht eins der umliegenden Wohnhäuser, aber nachdem es dann einen richtig heftigen Knall gab, bin ich dann doch mal nach draussen gegangen, um mir das Desaster vor der Tür näher anzuschauen.

Kein Wohnhaus (zum glück), dafür einer der Öltanks, die dicht an dicht entlang des Kanals stehen… Ein haufen Polizei und feuerwehr – und natürlich die Bewohner der umliegenden Häuser. Von denen habe ich dann erfahren, das die am nächsten liegenden Häuser schon evakuiert worden sind – mir kamen auch schon Menschen mit sack und Pack entgegen.

Irgendwie stelle ich mir das ja immer als einen echten Alptraum vor, ganz kurzfristig das eigene Heim verlassen zu müssen… ohne eine Ahnung, ob all das, was man so sein eigen nennt, am nächsten Tag noch da ist.

Es Brennt immer noch, an der Pension – die wohl hoffentlich weit genug entfernt ist, das hier nich evakuiert wird – ziehen Leute mit Rucksäcken vorbei, und alle paar Minuten gibt es einen heftigen Knall, wenn wieder irgendwas Explodiert. Und Dicke, Schwarze Rauchwolken ziehen (zum glück) Richtung Förde. Der Wind weht wohl Richtung Osten, ansonsten hätten wir hier wohl ein echtes Problem.

PICT0543
Ungefähr die selbe Richtuhng wie bei dem Bild oben, nachts kurz vor der Evakuierung aufgenommen.

Update: Tja, kaum schrieb ich den Text oben und wollte nun endlich ins Bett gehen (Hey, ich gehöre ja nun wenigstens Zeitweise zum arbeitenden Teil der Bevölkerung) da gehts erst richtig los. Die Sirenen starten ihr geheul und ein Polizeiwagen fährt durch die Strassen und fordert alle Anwohner auf, das gebiet sofort zu verlassen und sich zum Treffpunkt Famila-Parkplatz (der ist ziemlich gleich um die Ecke) zu begeben… ich packe also meine sieben Sachen zusammen – zum Glück habe ich ja nur eine Reisetasche mit – und zusammen mit der Vermieterin, die auch aufgetaucht ist, scheuchen wir den Rest des Stockwerks aus ihren Zimmern. Draussen auf der Strasse gibt es einen kleinen Stau, jeder, der hier ein Auto hat, ist natürlich damit unterwegs.

Auf dem Famila-Parkplatz gibt es 2 Busse des Örtlichen Nahverkehrs (KVG glaube ich), angeblich sollen noch mehr kommen, und ganz angeblich soll es auch irgendwo Kaffee und Erbsensuppe geben… beides finde ich aber nicht, da die Busse schon ziemlich überfüllt sind, und sich auf dem Parkplatz dann auch noch ein Haufen Polizeiwagen und Einsatzwagen der Feuerwehr aufhalten.

Auf nachfrage heißt es dann von einem Feuerwehrmann, das der Einsatz wohl noch die ganze Nacht dauern wird und man sich doch eine Unterkunft bei Verwandten oder Bekannten suchen solle. Da meine Kontakte in Kiel eher als “dürftig” zu beschreiben sind, mache ich mich auf den weg zur Holtenauer Strasse… in der Hoffnung, das evtl. nachts noch ein Bus in Richtung Innenstadt fährt – da gibt es dann ja vielleicht noch ein Plätzchen, wo man einen Kaffee (oder mehrere – es ist zu diesem Zeitpunkt knapp halb 2 und ich darf ja auch noch arbeiten am Freitag!) bekommt und sich evtl. auch noch im Warmen befindet.

Nun ja, der nächste Bus fährt in 2 Stunden und kurz entschlossen halte ich einen gerade vorbeifahren wollendes Taxi an und frage den Taxifahrer, ob er hier noch irgendwas kennt, was auf hat. – Dürftig. Er empfiehlt mir, zum Hauptbahnhof zu fahren, da gibt es auf jeden fall schon mal Kaffee. Genau das mache ich – mit dem Taxi zum Bahnhof.

Am Bahnhof stelle ich dann fest, es gibt eine Bäckerei, die schon auf hat, und sogar Kaffee verkauft. Allerdings nur vorne am Tresen, mit hinsetzen oder gar reinsetzen ins Warme ist irgendwie nichts. also erst mal Kaffee (davon brauche ich im laufe der Nacht dann noch so einige) und dann mitsamt meiner Reisetasche durch den Bahnhof gestromert. Irgendwann dann habe ich die Schließfächer – sehr gut versteckt, mein Kompliment an die Bahn! – entdeckt und erst mal meine Tasche verstaut.

Dann dachte ich, ich schau mich mal in Kiels Innenstadt um, ob nicht irgendwo noch ein Laden aufhat, in dem man die Nacht so halbwegs angenehm verbringen kann… nach Möglichkeit ohne Alkohol (wer mich kennt, weiß wie schwer es mir fällt, das jetzt zu sagen ;-) ). Nun ja…. Kiel hat ja doch so ein paar wirklich nette und schöne Sachen zu bieten, aber en Kneipen, die nachts aufhaben, da hapert es ganz gewaltig – ich bin dann wohl sehr von Hamburg verwöhnt oder habe sie einfach nicht gefunden.

Die große Bergstrasse lass ich mal aussen vor – mir die Nacht mit irgendwelchen hochdruckbetanken Teenies um die Ohren zu schlagen muss dann ja auch nicht wirklich sein.

Mein normaler Arbeitsbeginn ist um 7 Uhr, anfangen kann ich aber auch schon um 6 Uhr. Also halte ich mich mit diversen Kaffee wach bis um halb 6, dann fährt der erste Bus zur Werft. Mein Zustand? Na ja, eigentlich wäre es in einem solchen Zustand Klug, sich entweder ins Bett zu legen und schön lange auszuschlafen, oder ersatzweise den Rest des Tages in einer der ganz wüsten Kneipen auf dem Kiez mit viel Bier zu verbringen (Lehmitz, Clochard… ihr wisst schon, wo ;-) ). Statt dessen auch noch Konzentriertes Arbeiten am CAD-System im Konstruktionsbüro.

So gegen 9 Uhr merke ich dann, es geht definitiv nichts mehr, und bevor ich mir die Rohrleitung, an der ich gerade Arbeite, komplett zerschieße oder irgendwas anderes kaputt mache, geh ich lieber. Zum Glück bin ich die letzten Wochen ja auch immer schon um halb 7 bei der Arbeit gewesen (meine tollen Nachbarn in der Pension, aber darüber schreib ich noch…), so das es von daher auch keine Probleme gab – und mein Chef machte auch keine. Er sagte nur, er würde mich ja anketten, wenn er könnte, darf er aber nicht…. ähm, ja… ich nehme das mal als Kompliment für meine gute Arbeit :-)

Also dann mit dem Bus zum Bahnhof, Tasche auslösen und ab in den Zug nach Hamburg, der auch schon da steht und in gut einer halben Stunde abfährt. Vielleicht kann ich ja sogar mal ein bisschen Schlafen im Zug.

Denkste… kurz vor abfahrt des Zuges kommt eine ganze Schulklasse aus Altona in den Zug gestürmt und belegt alle noch freien Plätze. Ich darf mir also die ganze Fahrt über “Ey, aller…”, “Ey digga…”, “Isch schlag disch…” sowie diverse Geschichten, wer mit wem wann und wo und wie oft geschlafen hat, anhören. “Ey aller, voll fett, die Frau!” – Ok, ich nehme mal an, die Frau, von der der Typ vor mir geredet hat, war nicht dick :-)

Ich war dann endlich so um halb 2 zuhause – und wie es nach solchen Nächten dann so ist – ich konnte nicht schlafen! Irgendwas sinnvolles erledigen ging aber auch nicht so wirklich. Dafür war ich dann aber mal früh im Bett und habe so richtig schön lange geschlafen, das hat doch auch mal was.





Finnegans Wake

13 06 2009

Ich habe mir mal wieder ein Buch gekauft. Ok, das hört sich komisch an, ich weiß… normalerweise eigentlich nicht weiter erwähnenswert, weil ich Bücher liebe und im wahrsten sinne des Wortes eigentlich eine Bücherratte bin, aber da ich ja trotz arbeit immer noch auf Hartz4 Niveau lebe, ist es dann schon einer erwähnung wert. So weit ich mich erinnere ist im Hartz4 Regelsatz etwa 12 € für Kultur vorgesehen. 12 €! Wer ab und an mal ein Buch kauft, der weiß, das ist nicht wirklich viel… das reicht vielleicht gerade für den erwerb eines dieser Bücher der marke “ Das Omega-Komplott”, oder “Das Alpha-Tier” – nein, das wohl eher nicht ;-)

Aber auch egal, ich gebe tatsächlich viel Geld für Bücher aus, und ich liebe es in Buchläden herumzu stöbern – weniger mit dem Ziel, ein ganz bestimmtes Buch zu erwerben (das kommt zwar auch mal vor, das ich ein ganz bestimmtes Buch haben möchte, ist aber eher selten), sondern einfach, um zu schauen, was, beziehungsweise welcher Titel einen so anspringt. Und das muss dann kein Roman oder ähnliches sein, das kann durchaus auch mal ein sachbuch oder ein Gedichtband sein.

Die Holtenauer Str. In Kiel bietet dafür – also zum Stöbern – eine ähnlich schöne Ecke wie in Hamburg die Grindelallee (wer aus Hamburg kommt, weiß was ich meine), ein Buchladen neben dem anderen, meist noch mit dem zusatz “Uni” im Namen versehen. Was nicht unbedingt was heißen muss, der eine Buchladen mit dem zusatz “Uni” hat eine Riesige Fensterscheibe voll mit Baby- und Schwangerschaftsbüchern (das ganze Fenster in quietscherosa gehalten, ein wahrhaft Augenkrebs erregendes erlebnis), die haben anscheinend noch nichts von der allgemein bekannten unlust von Akademikerinnen an Schwangerschaften gehört – oder das Fenster soll zu einer solchen animieren – was ich mir aber schon alleine wegen der “dezenten” Farbwahl eher weniger vorstellen kann.

Ich habe also, um mal auf den sinn dieses Textes zurückzukommen, beim Schlendern durch die Holtenauer einen meiner absoluten Lieblingsbücherläden entdeckt – Zweitausendundeins – und da dann hemungslos gerumgestöbert. Angefangen bei Charles Darwins Gesamtausgabe bis hin zu irgendwelchen Bildbänden… bis ich dann über einen ganz besonderen Schinken stolperte, welchen ich dann auch tatsächlich käuflich erwarb. James Joyce “Finnegans Wake” in der deutschen Übersetzung (“Finnegans Wehg”) mit origininaltext in Englisch… mal eben schlappe 600 Seiten (nur die deutsche fassung – die englische jeweils gegenüber), also insgesamt mal eben 1200 Seiten.

Wie der Verkäufer dann meinte, “ein schönes Buch mal eben für’s Wochenende”. Ähm, ja… ich denke, das wird eher eine Monatelange beschäftigung werden – ich habe ja schon für das andere Buch von James Joyce “Ullyces”, ewigkeiten gebraucht! Aber egal, irgendwie musste es jetzt einfach mal dieses Buch sein, und mal sehen, ob ich tatsächlich mehr als eine Seite am Tag schaffe.

Apropos Irland… gestern habe ich dann noch in einer Seitenstrasse in der nähe der Uni – oder am Univiertel, vermute ich mal – einen netten Pub entdeckt, “Strongbowspub”. Sehr nett, und sie zeigten dort auch Fussball. Ein paar Engländer sassen dort und schauten irgendein Qualifikationsspiel gegen Andorra oder so. Ich bin ja gerade nicht so auf dem Laufenden, was Fussball angeht – aber das Bier, “Murphys” ist schon lecker. Da muss dann auch der beginn von Finnegans Wake sich noch ein bisschen gedulden ;-)





Kiel III – und dann war da noch …

22 05 2009

… der Aufkleber eines Tages an der Bushaltestelle – von irgendwelchen Kackbraunen Jungnazis, auf dem “wir lassen uns nicht kriminalisieren” stand. Ach? Ausländer und alles, was denen nicht in ihr beschissenes Arier-Weltbild passt zu verprügeln und krankenhausreif zu schlagen (oder zu töten), das ist also nicht kriminell? Naja, in Kiel scheinen ja auch eine menge von diesem Kackbraunen Pack herum zulaufen.

… dazu passt dann am Abend vorher dieser Spinner, der mit voll aufgerissener Musikanlage im Auto auf den Hof neben der Pension hier gefahren kam – mit den Böhsen Onkelz im Player und nachts um 1 oder so. Über Musikgeschmack kann man ja bekanntlich streiten oder nicht, meine erste Begegnung mit den b.o. war durch einen ehemaligen Arbeitskollegen, der mir ganz begeistert irgendein Lied von denen vorspielte, in dem es um Türken ging, und das die doch alle raus sollten, oder so. An meiner Meinung über diese band hat sich seither nicht wirklich viel geändert. Die Musik ist schlechter Hardrock (und ich mag Hardrock, BTW) und der Sänger mit seinem Vorpubertären ständigen gejammer nervt einfach nur.

… ein netter Abend im Stattcafé im Rathaus. Da gab es Jazz vom feinsten – mit Vera von Irgendwo (den Namen habe ich vergessen) am Klavier und noch 3 Typen, die so richtig schönen Bluesigen Jazz zum besten gaben. Das passiert da mit unterschiedlichen Bands alle zwei Wochen – für Umsonst. Ausserdem habe ich da dann noch ein nettes Mädel – eine Lehrerin aus Hamburg, die in Kiel arbeitet – kennen gelernt. Noch ein Grund, da öfters mal hinzugehen ;-)

… der Busfahrer neulich, der seine Busfahrerlaubnis oder Ausbildung, je nachdem, wohl am Nürburgring gemacht hat – ein solches geheize mit einem Gelenkbus hab ich bisher noch nicht erlebt, weder in Hamburg noch sonstwo. Inklusive dreier fast Vollbremsungen mit schreienden und Pöbelnden Businsassen – was den Busfahrer aber nicht weiter zu tangieren schien.

… die 5 oder 6 Besoffenen Kids auf einer dieser Landungsbrücken an der Kieler Förde, in der nähe eines Kreuzfahrtschiffes, die lauthals über die Förde grölten “H.S.V.” und “Scheiß St. Pauli”. Naja, wenn man sonst nichts zu tun hat … ;-)

… die Holtenauer Straße. Irgendwie soll das eine Einkaufsstraße mit “Flair” sein, aber von längeren Öffnungszeiten haben die anscheinend auch noch nichts gehört. Auf jeden Fall ist so ca. Gegen 18 Uhr fast überall Schicht im Schacht – natürlich mit Ausnahme von ein paar Cafés, die haben dann tatsächlich mal bis 19 Uhr oder so auf. Ab 20 Uhr habe ich abgesehen von 2 Kneipen weiter ausserhalb und dem Schweinske nicht wirklich irgendwas gesehen, was noch auf hat. Tja, Provinz halt ;-)

… der Flughafen. Kiel hat einen, jawohl! Keinen besonders großen, aber immerhin – als Landeshauptstadt muss man wohl einen haben, und sei es auch nur, damit der besoffene und in diesem zustand ständig “Stolz” auf sein Land seiende Landesvater im Falle, das seine Landeskinder vielleicht irgendwann mal die Nase voll haben von ihm und ihn gerne an einen der in Kiel durchaus vorhandenen Bäume knüpfen wollen, besser flüchten kann. Einen anderen Zweck kann ich mir für den Flughafen nicht wirklich vorstellen – ich bin jetzt jeden tag auf dem Weg zur und von der Arbeit daran vorbei gefahren und habe erst sage und schreibe ein (EIN!) Flugzeug, irgendwas kleines einpropelleriges, dort starten sehen. Also nicht wirklich viel, sag ich mal.





Kiel II – Die Stadt.

22 05 2009

Kiel ist keine schöne Stadt. Das ist zumindest der erste Eindruck, den man bekommt, wenn man mit dem Zug ankommt. Der Bahnhof, ein typischer Sackbahnhof, wie er in anderen Orten auch steht, ist zumindest von der Fassade her teilweise Ursprünglich – erstaunlich eigentlich, das, wenn man sich danach in Kiel umschaut, der Bahnhof nicht einem Schuhkarton nachempfunden und erbrochen wurde wie z.B. der Altonaer Bahnhof. Wenn man dann durch die Innenstadt läuft, bekommt man von erbrochenen Betonklötzen allerdings mehr als genug geboten. Ein grauenhaftes Betongebilde reiht sich an das andere, und auf die Idee, einfach diese ganzen Betonburgen mit Einkaufspassagen zu durchlöchern, sind die Kieler dann auch gekommen. Wahnsinnig Originell und – beliebig.

Wenn man dann durch die Fussgängerzone weiter läuft (bzw. geht bzw. in meinem fall schlendert), dann wird es so langsam doch etwas interessanter. Zumindest gibt es den einen oder anderen Altbau, der es irgendwie geschafft hat, der Bau- und Betonwut diverser durchgeknallter Architekten zu entgehen und einem eine leise Ahnung davon geben kann, wie Kiel vielleicht einmal ausgesehen haben mag – vor dem Krieg oder so.
Der Innenstadtbereich an der Förde mit der Schwedenfähre ist eine einzige Enttäuschung – abgesehen vielleicht von den Leuten, die auf Verbotsschilder stehen. Davon gibt es entlang der Förde eine Unmenge. Hochsicherheitsbereiche direkt an einer Fähre – eigentlich würde ich so etwas ja eher bei einem Flugzeugträger erwarten, aber in den Zeiten, in denen wir leben und in denen jeder, der nicht Polizist oder Soldat ist, anscheinend ein Potenzieller Terrorist ist, gilt halt auch hier jede menge Panikmache. Ach ja, angeln verboten, Betreten Verboten, usw., ein Fest für jeden Verbotsschilderfetischisten.

(Ich stelle gerade fest, das die Rechtschreibprüfung dieses Rechners das Wort Verbotsschilderfetischisten nicht beanstandet – sind schon merkwürdige Leute, diese Rechtschreibprüfungsprogrammierer ;-) )

Wenn man dann weitergeht – in meinem Fall auf dem weg zu meinem Zimmer – kommt an über die Bergstrasse, die nicht zu unrecht so heißt, sie geht nämlich einen Berg hoch. Vorher kommt man allerdings noch an einem Tümpel direkt gegenüber der Schwedenfähre vorbei, wo sich bei schönem Wetter anscheinend diverses Volk zum klönen und Kaffeetrinken trifft. Apropos Kaffee… es gibt eine Unmenge Cafés in der Stadt. Zur (geringen) Beruhigung aller Balzac-Hasser, nein, es ist nicht Balzac, auch nicht Starbucks oder so, wie in Hamburg, der örtliche Kaffeeröster heißt diesmal Campus. Der hat es aber anscheinend geschafft, sich an jeder Straßenecke der Stadt niederzulassen. Vorbei dann am Lorenzendamm mit noch 2 Tümpeln (ich vermute einfach mal, das sind Reste einer Stadtbefestigung, einer Wallanlage oder ähnlichem, aber da kann ich mich natürlich auch täuschen) kommt man dann zur Bergstraße, mit dem Tucholski und anderen Etablissements wie dem Hinterhof (ich vermute einfach mal, das das ding noch so heißt, ich war mal vor Jahren da, aber bisher hab ich es noch nicht geschafft, hinzugehen), die aber einen irgendwie ziemlich desolaten Eindruck machen – angeblich soll es da wohl gebrannt haben.

Dann kommt der Dreiecksplatz und die Holtenauer Straße, da ganz am ende habe ich mein Zimmer. Die Holtenauer beginnt als eine Art Flanierstraße mit Arkaden, wird dann zu etwas mit einem Hauch von Studentenviertel und wird dann zu einer ganz normalen Straße. Übrigens gibt es auch hier den einen oder anderen Altbau, also nicht ganz Kiel besteht nur aus Betonburgen.
Übrigens habe ich neulich das so-genannte Kieler Schloss entdeckt – falls es denn tatsächlich das Schloss war – man könnte es ob seiner gewaltigen Größe doch recht leicht übersehen. Vielleicht könnte man es aber auch nicht übersehen, wäre nicht einer der oben schon erwähnten größenwahnsinnigen Architekten mit jenem Schlösschen in einen wie auch immer gearteten “Dialog” getreten (so heißt es doch bei Architekten immer), das Ergebnis ist, wie soll ich sagen… ich würde es einmal ganz vorsichtig als eine Vergewaltigung alter Bausubstanz bezeichnen.

Apropos Vergewaltigung – diese Stadt wird auch noch auf andere weise Verunstaltet – durch das Militär, in diesem fall die Marine. Irgendwie könnte man fast vermuten, wir befinden uns im Krieg, an dem die Marine und irgendwelche Hubschrauberverbände beteiligt sind (naja, gut, bevor jemand etwas sagt, wir befinden uns im Krieg – anscheinend in mehr, als einem lieb sein kann). Es macht fast den Eindruck, als wäre kiel einfach nur eine große Garnisonsstadt mit ein paar angeschlossenen Wohnvierteln. Das Militär ist hier fast überall und noch nie habe ich so viele Wagen der Bundeswehr in einer Stadt herumfahren sehen wie hier.
Vielleicht hätte man ja bei der Gründung des Landes Schleswig-Holstein die Landeshauptstadt nicht unbedingt mitten in eine Marinestützpunkt setzen sollen. Flensburg ist doch eine sehr viel schönere (und weitaus zivilere) Stadt, oder Schleswig oder so…





Kiel I – Arbeit!

22 05 2009

So, ich wollte ja schon länger mal wieder etwas schreiben, das tue ich hier mit. Nach dem Stress nach dem ende der Weiterbildung (ich erzählte ja schon davon) und dem Chaos um den Praktikumsplatz bin ich ja dann Schlussendlich nicht in Heikendorf gelandet (zum Glück, muss ich im Nachhinein sagen – nach dem, was ich von anderen über das gebaren des Chefs dort erfahren habe, wäre das wohl eine extrem schlechte Lösung gewesen), sondern in Kiel-Friedrichsort bei der Lindenau-Werft. Nun gut, die sind (ich verrate da ja nichts, das steht ja in allen Zeitungen) insolvent, aber – und das ist schon mal ein großer Vorteil – ich arbeite dort genau mit dem, was ich in der Weiterbildung gelernt habe, mit TRIBON M3.

Also Schiffskonstruktion bzw. in meinem fall zur Zeit Modelle erstellen und Piping. Also im Prinzip das verlegen von Rohren in ein Virtuelles Schiffsmodell. Das, ein Tanker für die Seychellen, wird bereits gebaut, die “Hülle” steht schon, und in einem Monat soll das Schiff wohl fertig sein. Tja, das Praktikum habe ich ganz gut anscheinend herum gebracht. Ich hätte ja das Praktikum sehr gerne noch um 4 Wochen verlängert, aber die ARGE bzw. Das Arbeitsamt sind der Meinung, 3 Wochen Praktikum sind genug – alles weitere würde an “Ausnutzung” durch die Firma grenzen und wird deshalb nicht bewilligt (da gibt es irgendwelche ganz klaren Gesetze). Gut, vom Grundsätzlichen her könnte ich es ja verstehen, das ein Praktikum nicht ausarten soll, aber andererseits halte ich 3 Wochen für extrem kurz.

Das hat eher etwas von einer Betriebsbesichtigung, wie sie Schüler irgendwann von der Schule aus machen – und außerdem will ich ja nach Möglichkeit mehr Praxis in meinem neuen Job bekommen – damit steigen ja hoffentlich auch die Chancen, womöglich doch endlich mal (so es die Wirtschaftskrise zulässt) einen dauerhaften Job zu bekommen.
Naja, auf jeden Fall wäre das Praktikum ja nach 3 Wochen zu ende gegangen und ich wäre wieder ganz normal Arbeitslos – als ich meinem Chef erzählte, das es mit einer Praktikumsverlängerung nicht klappt (der und Lindenau hätten da nichts gegen gehabt), war sein recht kurzer Kommentar nur: “Schade.”. Oder so ähnlich.

Ich hab ihn dann einfach (zu verliehen habe ich ja mit meinem Hartz4-Geld eh nichts mehr) gefragt, wie es denn mit einer Einstellung aussehen würde – dreist, oder? ;-)

Nun, anscheinend habe ich einen gar nicht so schlechten Eindruck bei Ihm hinterlassen, auf jeden Fall war er nicht ganz abgeneigt. Und so habe ich jetzt tatsächlich einen Vertrag bei Lindenau – leider, LEIDER nur bis ende Juni – wie gesagt, die Firma Lindenau steht unter Insolvenz, und es hat mich eh überrascht, das die dem überhaupt zugestimmt haben. Anscheinend bin ich wohl doch nicht zu doof zum Arbeiten, wie mir die ARGE und die diversen Politiker, für die Hartz4-Empfänger nur noch Ausschuss sind, weismachen wollten in den letzten Jahren. Pech, das Lindenau im Moment nur bis Ende Juni zu tun hat – danach weiß da anscheinend auch noch kein Mensch, wie – und ob überhaupt – es dort weitergehen wird.

Es wäre natürlich schön, wenn ich dort länger Arbeiten könnte. Die Arbeitskollegen sind nett und das Betriebsklima hat so ein bisschen was “Familiäres”, nicht wie in den großen Konzernen zum Beispiel (ich denke da nur an das, was ich von Thyssen – also HDW in Kiel oder Blohm und Voss gehört habe), obwohl es natürlich durch die ganze Situation schon leidet.





Fuck You, ARGE!

11 05 2009

Ich bin gerade höllisch genervt – eigentlich wollte ich ja mal einen längeren Bericht über mein Praktikum in Kiel hier schreiben und erzählen, wie es weitergeht mit mir… aber das muss ich dann doch auf nächste Woche oder so verschieben.
Am Titel kann man aber wohl schon sehen, das ich mal wieder jede Menge lustigen Spass mit der ARGE habe :-( Naja, auch dazu später, wenn ich mich beruhigt habe und nicht mehr nur in Schimpfwörtern rede, mehr.








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