Willkommen im Überwachungsstaat EU!

8 07 2008

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Irgendwie kommt einem das doch bekannt vor, oder? Das Gepäck wird an der Grenze nach illegalen Drogen raubkopierter Musik untersucht, man selber rund um die Uhr, auf der Strasse und zu Hause von Kameras überwacht, durch die Handyortung kann man sogar nachvollziehen, wo man sich den Tag über aufhält, mit wem, wie lange und über was man geredet hat, die E-Mails, die man schickt, die Seiten, die man sich im Internet anschaut, und natürlich auch, was man wo im Internet schreibt – ob in einem Blog, einem Forum oder bei der Bank seines Missvertrauens, alles wird überwacht. Man darf sich bestimmte Seiten nicht mehr anschauen, weil man dann sofort in irgendwelchen ominösen Datenbanken irgendwelcher Staatlicher Organisationen landet, die die eigenen Daten dann ganz nach Lust und Laune an jeden Weitergeben, der einen gerne Verklagen möchte oder vielleicht einfach wissen möchte, was man denn so alles auf dem Heimischen Rechner hat und macht.

Wer vielleicht dann noch in einem Text das Wort Gentrifizierung benutzt, der darf sich gleich darauf gefasst machen, das er das nächste Jahr von der Gestapo beobachtet wird und in einem geeigneten Moment dann verhaftet wird. Man könnte ja Terrorist sein. Und um ein Terrorist zu sein oder zu werden, muss man sich heute nicht wirklich mehr anstrengen, eine Kritische Einstellung zum Staat reicht schon.

Der Liebling der Nation, die von 70% dieses Landes Hoch-geschätzte Kanzlerin Merkel beklagt immer wieder Menschenrechtsverletzungen in China und im Iran, die USA, Hort der Neoliberalen Freiheit, führt die Folter ein und schickt, wenn mal ein Gericht dieses unterbindet, Gefangene in Befreundete Länder, um da Foltern zu lassen, und unser ach so geliebter Staat lässt seine Bürger dann gerne auch mal durch unseren Verbündeten und seine Helfershelfer Foltern. Und liefert ihm dann auch gleich noch alle Daten von allen Bürgern, es könnte ja sein, das sich da Terroristische Elemente drunter befinden.

Ach ja, nicht dass das einer Falsch versteht, unser Staat will ja nur unser bestes! Wir sollen um Gottes Willen keine Drogen nehmen, es könnte ja sein, das man dann nicht mehr 100% seiner Arbeitskraft der Mehrung des Kapitals zur Verfügung stellt. Unser Staat ist fürsorglich, er möchte einfach nicht, das wir Rauchen, egal wo; er möchte nicht das wir Trinken, egal wo, er möchte nicht, das wir Ficken, egal wo. Und er möchte auf GAR KEINEN FALL, das wir uns das irgendwo ansehen können! Unsere Gesundheit könnte ja schaden nehmen.

Unser Staat ist so fürsorglich, das er, ohne es uns ganz klar zu sagen, auch die Zwangsarbeit wieder einführt – schliesslich ist des Menschen Glück doch die Arbeit, oder? Und Geld, oder Entlohnung, haben doch eigentlich nur die Verdient, die damit auch umgehen können – und wer kann besser mit Geld umgehen als die, die schon viel davon haben?

Ach so, ich sollte vorsorglich vielleicht noch kurz erwähnen, das ich hier nicht von China rede, und auch nicht vom Iran oder von Russland oder Nordkorea oder, oder, oder… Und auch nicht von der ehemaligen DDR, auch wenn eine ehemalige FDJ-Verantwortliche für Agitation und Propaganda mittlerweile unsere Kanzlerin Mimt. Ich meine Deutschland und die EU.

Aber vergesst, was ich gerade gesagt habe – wer heute tatsächlich noch der irrigen Meinung ist, der Neoliberale Kapitalismus und die Globalisierung wären vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, der kann eigentlich nur ein Terrorist sein. Oder Psychisch gestört – und gehört in eine Anstalt.

In die ich mich jetzt vorsichtshalber schon mal selber einweise, schlimmer als hier kann es da dann eigentlich auch nicht mehr sein.





Big Brother

4 06 2008

Also diese ganze Telekom-Abhör-Affäre stinkt ja nun wirklich gewaltig zum Himmel! Fefe hat dazu ein paar interessante Gedanken, die noch ein bisschen weiter gehen:

Verschwörungs-Gedanken

Ein paar Verschwörungs-Gedanken zu dem Telekom-Skandal. Die Telekom (Bonn) zahlt einer kleinen Firma in Berlin 400k Euro dafür, aus 8000 Datensätzen nach 5 Journalisten und 3 Gewerkschaftern zu matchen. Da würde ich noch nicht mal grep für anwerfen, das kann man auch direkt im Texteditor machen. Wenn jemand so einen Daten-Matching-Auftrag an mich vergeben würde (und der moralisch einwandfrei wäre), würde ich da einen Manntag für berechnen, und optional eine Präsentation der Ergebnisse beim Kunden im Haus anbieten. 400 Kiloeuro?!?

Ich finde ja, dass das alles stinkt. Nicht nur dass die so viel Geld gezahlt haben. Denkt doch mal drüber nach. Die Dienstleistung ist ein Filtern von Datensätzen. Die Telekom hat denen 8000 Datensätze gegeben. Von vielen Milliarden. Die Telekom hat also … Datensätze gefiltert, um sie einer Firma zu geben, um sie zu filtern. Offensichtlich kann die Telekom schon selber filtern, sonst hätten sie dieser Firma nicht 8000 sondern mehrere Milliarden Datensätze geben müssen.

Wieso ging dieser Auftrag also überhaupt an diese Firma, wenn die Telekom das auch selber gekonnt hätte? Normalerweise erklärt sich sowas mit Vetternwirtschaft, aber die Telekom-Vettern sitzen alle in Bonn, nicht in Berlin. Für mich sieht das ja nach Vorbereitung für eine Erpressung aus.

Wenn ich der Telekom-Vorstand wäre, und ich bräuchte diese Daten, dann würde ich das doch nicht an eine externe Firma rausgeben, den Auftrag! Und schon gar nicht so, dass die externe Firma mitkriegt, was sie da tut! Ich hätte das wie folgt gemacht. Ich wäre zum Datenbank-Admin gelaufen und hätte dem gesagt, ich bräuchte eine Live-OLAP-Demo, zum Evaluieren der Performance für zukünftige Anforderungen. Bzw haben die vermutlich sogar schon sowas für ihre Fraud Detection, die machen ja nichts anderes als Data Mining. Dann würde der Datenbank-Admin mir da ein Tool bzw ein Webfrontend geben für OLAP, und da würde ich dann nach den Gewerkschafter-Nummern und meiner Nummer fragen. Und dann nach ein paar zufälligen Zielnummern. Und dann nach den gewünschten Zielnummern. So weiß außer mir selber niemand, dass da gerade etwas anrüchiges stattgefunden hat.

Stattdessen maximiert die Telekom geradezu die Anzahl der Leute, die hier mitkriegen, dass da was streng riecht. Jemand filtert die Datensätze des Gewerkschafters raus und exportiert das als XML / CSV / whatever. Das ist schon mal anrüchig. Dann gibt jemand vertrauliche Daten an eine externe Firma weiter, das ist auch anrüchig. Und dann weiß diese Firma auch noch, was sie da matchen soll, das ist gleich der nächste potentielle Erpresser.

Warum würde jemand in der Telekom Kompromat sammeln? Ich vermute ja, das war jemand von vor Obermann. Obermann hat da die alte Garde geschasst, die haben das vorher kommen sehen, haben Kompromat gesammelt (und denkt mal drüber nach, kein anderer Datensatz hätte so für Aufsehen gesorgt wie Gespräche zwischen einem Gewerkschafter und einem Journalisten, das ist schon doppelt geschützt), und als Obermann nicht mit sich reden ließ und sie in Frühpension schickte oder so, da haben sie die Bombe platzen lassen. Oder so.

(Via Fefes Blog.)

Ich finde ja, man könnte das auch noch etwas anders interpretieren. Der Staat will offenen zugang auf unsere Verbindungsdaten (via Vorratsdatenspeicherung), kriegt diese aber – aufgrund von (noch) eingeschränkten Gesetzen, und anderer Hindernisse nicht so frei, wie er sie gerne hätte. Also Installieren unsere gesammelten Geheimdienste, von denen wir in Deutschland ja so einige haben, eine kleine Firma mit “Ex”- Mitarbeitern, mit denen man die ganzen anfallenden Daten Wunderbar einfach und Illegal nach was-auch-immer-man-braucht-oder-will durchleuchten kann! Fernab von allem, was hier Recht und Gesetz ist! Und es braucht mir keiner weismachen, das unsere Geheimdienste, so bescheuert sie manchmal auch agieren, nicht ganz genau wissen, was ihre Ex-Mitarbeiter so alles treiben!

Und wenn diese Firma “Netzwerk Deutschland” auch noch ehemalige Stasi-Mitarbeiter beschäftigt, könnte ich mir ausserdem noch vorstellen, das diese Firma (mit dem geballten Wissen der Stasi) fast jeden Aufsichtsrat/Politiker oder wen auch immer bestechen und erpressen kann… mit welchem Ziel auch immer!








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