Kiel III – und dann war da noch …

22 05 2009

… der Aufkleber eines Tages an der Bushaltestelle – von irgendwelchen Kackbraunen Jungnazis, auf dem “wir lassen uns nicht kriminalisieren” stand. Ach? Ausländer und alles, was denen nicht in ihr beschissenes Arier-Weltbild passt zu verprügeln und krankenhausreif zu schlagen (oder zu töten), das ist also nicht kriminell? Naja, in Kiel scheinen ja auch eine menge von diesem Kackbraunen Pack herum zulaufen.

… dazu passt dann am Abend vorher dieser Spinner, der mit voll aufgerissener Musikanlage im Auto auf den Hof neben der Pension hier gefahren kam – mit den Böhsen Onkelz im Player und nachts um 1 oder so. Über Musikgeschmack kann man ja bekanntlich streiten oder nicht, meine erste Begegnung mit den b.o. war durch einen ehemaligen Arbeitskollegen, der mir ganz begeistert irgendein Lied von denen vorspielte, in dem es um Türken ging, und das die doch alle raus sollten, oder so. An meiner Meinung über diese band hat sich seither nicht wirklich viel geändert. Die Musik ist schlechter Hardrock (und ich mag Hardrock, BTW) und der Sänger mit seinem Vorpubertären ständigen gejammer nervt einfach nur.

… ein netter Abend im Stattcafé im Rathaus. Da gab es Jazz vom feinsten – mit Vera von Irgendwo (den Namen habe ich vergessen) am Klavier und noch 3 Typen, die so richtig schönen Bluesigen Jazz zum besten gaben. Das passiert da mit unterschiedlichen Bands alle zwei Wochen – für Umsonst. Ausserdem habe ich da dann noch ein nettes Mädel – eine Lehrerin aus Hamburg, die in Kiel arbeitet – kennen gelernt. Noch ein Grund, da öfters mal hinzugehen ;-)

… der Busfahrer neulich, der seine Busfahrerlaubnis oder Ausbildung, je nachdem, wohl am Nürburgring gemacht hat – ein solches geheize mit einem Gelenkbus hab ich bisher noch nicht erlebt, weder in Hamburg noch sonstwo. Inklusive dreier fast Vollbremsungen mit schreienden und Pöbelnden Businsassen – was den Busfahrer aber nicht weiter zu tangieren schien.

… die 5 oder 6 Besoffenen Kids auf einer dieser Landungsbrücken an der Kieler Förde, in der nähe eines Kreuzfahrtschiffes, die lauthals über die Förde grölten “H.S.V.” und “Scheiß St. Pauli”. Naja, wenn man sonst nichts zu tun hat … ;-)

… die Holtenauer Straße. Irgendwie soll das eine Einkaufsstraße mit “Flair” sein, aber von längeren Öffnungszeiten haben die anscheinend auch noch nichts gehört. Auf jeden Fall ist so ca. Gegen 18 Uhr fast überall Schicht im Schacht – natürlich mit Ausnahme von ein paar Cafés, die haben dann tatsächlich mal bis 19 Uhr oder so auf. Ab 20 Uhr habe ich abgesehen von 2 Kneipen weiter ausserhalb und dem Schweinske nicht wirklich irgendwas gesehen, was noch auf hat. Tja, Provinz halt ;-)

… der Flughafen. Kiel hat einen, jawohl! Keinen besonders großen, aber immerhin – als Landeshauptstadt muss man wohl einen haben, und sei es auch nur, damit der besoffene und in diesem zustand ständig “Stolz” auf sein Land seiende Landesvater im Falle, das seine Landeskinder vielleicht irgendwann mal die Nase voll haben von ihm und ihn gerne an einen der in Kiel durchaus vorhandenen Bäume knüpfen wollen, besser flüchten kann. Einen anderen Zweck kann ich mir für den Flughafen nicht wirklich vorstellen – ich bin jetzt jeden tag auf dem Weg zur und von der Arbeit daran vorbei gefahren und habe erst sage und schreibe ein (EIN!) Flugzeug, irgendwas kleines einpropelleriges, dort starten sehen. Also nicht wirklich viel, sag ich mal.





Kiel II – Die Stadt.

22 05 2009

Kiel ist keine schöne Stadt. Das ist zumindest der erste Eindruck, den man bekommt, wenn man mit dem Zug ankommt. Der Bahnhof, ein typischer Sackbahnhof, wie er in anderen Orten auch steht, ist zumindest von der Fassade her teilweise Ursprünglich – erstaunlich eigentlich, das, wenn man sich danach in Kiel umschaut, der Bahnhof nicht einem Schuhkarton nachempfunden und erbrochen wurde wie z.B. der Altonaer Bahnhof. Wenn man dann durch die Innenstadt läuft, bekommt man von erbrochenen Betonklötzen allerdings mehr als genug geboten. Ein grauenhaftes Betongebilde reiht sich an das andere, und auf die Idee, einfach diese ganzen Betonburgen mit Einkaufspassagen zu durchlöchern, sind die Kieler dann auch gekommen. Wahnsinnig Originell und – beliebig.

Wenn man dann durch die Fussgängerzone weiter läuft (bzw. geht bzw. in meinem fall schlendert), dann wird es so langsam doch etwas interessanter. Zumindest gibt es den einen oder anderen Altbau, der es irgendwie geschafft hat, der Bau- und Betonwut diverser durchgeknallter Architekten zu entgehen und einem eine leise Ahnung davon geben kann, wie Kiel vielleicht einmal ausgesehen haben mag – vor dem Krieg oder so.
Der Innenstadtbereich an der Förde mit der Schwedenfähre ist eine einzige Enttäuschung – abgesehen vielleicht von den Leuten, die auf Verbotsschilder stehen. Davon gibt es entlang der Förde eine Unmenge. Hochsicherheitsbereiche direkt an einer Fähre – eigentlich würde ich so etwas ja eher bei einem Flugzeugträger erwarten, aber in den Zeiten, in denen wir leben und in denen jeder, der nicht Polizist oder Soldat ist, anscheinend ein Potenzieller Terrorist ist, gilt halt auch hier jede menge Panikmache. Ach ja, angeln verboten, Betreten Verboten, usw., ein Fest für jeden Verbotsschilderfetischisten.

(Ich stelle gerade fest, das die Rechtschreibprüfung dieses Rechners das Wort Verbotsschilderfetischisten nicht beanstandet – sind schon merkwürdige Leute, diese Rechtschreibprüfungsprogrammierer ;-) )

Wenn man dann weitergeht – in meinem Fall auf dem weg zu meinem Zimmer – kommt an über die Bergstrasse, die nicht zu unrecht so heißt, sie geht nämlich einen Berg hoch. Vorher kommt man allerdings noch an einem Tümpel direkt gegenüber der Schwedenfähre vorbei, wo sich bei schönem Wetter anscheinend diverses Volk zum klönen und Kaffeetrinken trifft. Apropos Kaffee… es gibt eine Unmenge Cafés in der Stadt. Zur (geringen) Beruhigung aller Balzac-Hasser, nein, es ist nicht Balzac, auch nicht Starbucks oder so, wie in Hamburg, der örtliche Kaffeeröster heißt diesmal Campus. Der hat es aber anscheinend geschafft, sich an jeder Straßenecke der Stadt niederzulassen. Vorbei dann am Lorenzendamm mit noch 2 Tümpeln (ich vermute einfach mal, das sind Reste einer Stadtbefestigung, einer Wallanlage oder ähnlichem, aber da kann ich mich natürlich auch täuschen) kommt man dann zur Bergstraße, mit dem Tucholski und anderen Etablissements wie dem Hinterhof (ich vermute einfach mal, das das ding noch so heißt, ich war mal vor Jahren da, aber bisher hab ich es noch nicht geschafft, hinzugehen), die aber einen irgendwie ziemlich desolaten Eindruck machen – angeblich soll es da wohl gebrannt haben.

Dann kommt der Dreiecksplatz und die Holtenauer Straße, da ganz am ende habe ich mein Zimmer. Die Holtenauer beginnt als eine Art Flanierstraße mit Arkaden, wird dann zu etwas mit einem Hauch von Studentenviertel und wird dann zu einer ganz normalen Straße. Übrigens gibt es auch hier den einen oder anderen Altbau, also nicht ganz Kiel besteht nur aus Betonburgen.
Übrigens habe ich neulich das so-genannte Kieler Schloss entdeckt – falls es denn tatsächlich das Schloss war – man könnte es ob seiner gewaltigen Größe doch recht leicht übersehen. Vielleicht könnte man es aber auch nicht übersehen, wäre nicht einer der oben schon erwähnten größenwahnsinnigen Architekten mit jenem Schlösschen in einen wie auch immer gearteten “Dialog” getreten (so heißt es doch bei Architekten immer), das Ergebnis ist, wie soll ich sagen… ich würde es einmal ganz vorsichtig als eine Vergewaltigung alter Bausubstanz bezeichnen.

Apropos Vergewaltigung – diese Stadt wird auch noch auf andere weise Verunstaltet – durch das Militär, in diesem fall die Marine. Irgendwie könnte man fast vermuten, wir befinden uns im Krieg, an dem die Marine und irgendwelche Hubschrauberverbände beteiligt sind (naja, gut, bevor jemand etwas sagt, wir befinden uns im Krieg – anscheinend in mehr, als einem lieb sein kann). Es macht fast den Eindruck, als wäre kiel einfach nur eine große Garnisonsstadt mit ein paar angeschlossenen Wohnvierteln. Das Militär ist hier fast überall und noch nie habe ich so viele Wagen der Bundeswehr in einer Stadt herumfahren sehen wie hier.
Vielleicht hätte man ja bei der Gründung des Landes Schleswig-Holstein die Landeshauptstadt nicht unbedingt mitten in eine Marinestützpunkt setzen sollen. Flensburg ist doch eine sehr viel schönere (und weitaus zivilere) Stadt, oder Schleswig oder so…





Kiel I – Arbeit!

22 05 2009

So, ich wollte ja schon länger mal wieder etwas schreiben, das tue ich hier mit. Nach dem Stress nach dem ende der Weiterbildung (ich erzählte ja schon davon) und dem Chaos um den Praktikumsplatz bin ich ja dann Schlussendlich nicht in Heikendorf gelandet (zum Glück, muss ich im Nachhinein sagen – nach dem, was ich von anderen über das gebaren des Chefs dort erfahren habe, wäre das wohl eine extrem schlechte Lösung gewesen), sondern in Kiel-Friedrichsort bei der Lindenau-Werft. Nun gut, die sind (ich verrate da ja nichts, das steht ja in allen Zeitungen) insolvent, aber – und das ist schon mal ein großer Vorteil – ich arbeite dort genau mit dem, was ich in der Weiterbildung gelernt habe, mit TRIBON M3.

Also Schiffskonstruktion bzw. in meinem fall zur Zeit Modelle erstellen und Piping. Also im Prinzip das verlegen von Rohren in ein Virtuelles Schiffsmodell. Das, ein Tanker für die Seychellen, wird bereits gebaut, die “Hülle” steht schon, und in einem Monat soll das Schiff wohl fertig sein. Tja, das Praktikum habe ich ganz gut anscheinend herum gebracht. Ich hätte ja das Praktikum sehr gerne noch um 4 Wochen verlängert, aber die ARGE bzw. Das Arbeitsamt sind der Meinung, 3 Wochen Praktikum sind genug – alles weitere würde an “Ausnutzung” durch die Firma grenzen und wird deshalb nicht bewilligt (da gibt es irgendwelche ganz klaren Gesetze). Gut, vom Grundsätzlichen her könnte ich es ja verstehen, das ein Praktikum nicht ausarten soll, aber andererseits halte ich 3 Wochen für extrem kurz.

Das hat eher etwas von einer Betriebsbesichtigung, wie sie Schüler irgendwann von der Schule aus machen – und außerdem will ich ja nach Möglichkeit mehr Praxis in meinem neuen Job bekommen – damit steigen ja hoffentlich auch die Chancen, womöglich doch endlich mal (so es die Wirtschaftskrise zulässt) einen dauerhaften Job zu bekommen.
Naja, auf jeden Fall wäre das Praktikum ja nach 3 Wochen zu ende gegangen und ich wäre wieder ganz normal Arbeitslos – als ich meinem Chef erzählte, das es mit einer Praktikumsverlängerung nicht klappt (der und Lindenau hätten da nichts gegen gehabt), war sein recht kurzer Kommentar nur: “Schade.”. Oder so ähnlich.

Ich hab ihn dann einfach (zu verliehen habe ich ja mit meinem Hartz4-Geld eh nichts mehr) gefragt, wie es denn mit einer Einstellung aussehen würde – dreist, oder? ;-)

Nun, anscheinend habe ich einen gar nicht so schlechten Eindruck bei Ihm hinterlassen, auf jeden Fall war er nicht ganz abgeneigt. Und so habe ich jetzt tatsächlich einen Vertrag bei Lindenau – leider, LEIDER nur bis ende Juni – wie gesagt, die Firma Lindenau steht unter Insolvenz, und es hat mich eh überrascht, das die dem überhaupt zugestimmt haben. Anscheinend bin ich wohl doch nicht zu doof zum Arbeiten, wie mir die ARGE und die diversen Politiker, für die Hartz4-Empfänger nur noch Ausschuss sind, weismachen wollten in den letzten Jahren. Pech, das Lindenau im Moment nur bis Ende Juni zu tun hat – danach weiß da anscheinend auch noch kein Mensch, wie – und ob überhaupt – es dort weitergehen wird.

Es wäre natürlich schön, wenn ich dort länger Arbeiten könnte. Die Arbeitskollegen sind nett und das Betriebsklima hat so ein bisschen was “Familiäres”, nicht wie in den großen Konzernen zum Beispiel (ich denke da nur an das, was ich von Thyssen – also HDW in Kiel oder Blohm und Voss gehört habe), obwohl es natürlich durch die ganze Situation schon leidet.





Fuck You, ARGE!

11 05 2009

Ich bin gerade höllisch genervt – eigentlich wollte ich ja mal einen längeren Bericht über mein Praktikum in Kiel hier schreiben und erzählen, wie es weitergeht mit mir… aber das muss ich dann doch auf nächste Woche oder so verschieben.
Am Titel kann man aber wohl schon sehen, das ich mal wieder jede Menge lustigen Spass mit der ARGE habe :-( Naja, auch dazu später, wenn ich mich beruhigt habe und nicht mehr nur in Schimpfwörtern rede, mehr.





Ein wirklich entspanntes Weiterbildungsende….

20 04 2009

boot1.pngNormalerweise sollten die letzten Tgae einer Weiterbildung ja eigentlich entspannt sein – und ruhig. Aber was ist bei mir schon “normal”, sag ich mal… Ich hatte es ja hier schon mal geschrieben, das die Firma, von der wir eine Einstellungszusage hatten, mittlerweile Pleite ist bzw. “in Auflösung”, wie es so schön heißt. Ohne, das irgendwie klar war, ob und wo wir einen Praktikumsplatz kriegen würden. Das wir einen Praktikumsplatz kriegen, haben wir dann am Donnerstag vor Ostern erfahren – natürlich immer noch nicht, wo. Das sollten wir dann letzten Donnerstag von dem Chef der “Mutterfirma” erfahren – also der Firma, der “unsere” Firma – zumindest teilweise – gehört. Es fing damit an, das ich gefragt wurde, ob ich Architekt wäre – zum Glück nicht, den der Architekt, der bei uns im Kurs ist, der “darf” jetzt einem anderen Architekten bei einer Firma Assistieren beim Fundament bauen. Nicht wirklich das, was ich mir unter einer Schiffbaulichen Zukunft vorstelle! Ich sollte dann in das Büro des Chefs kommen, in einem kleinen Kaff in der nähe von Laboe. Gut, dachte ich, das ist auch nicht schlecht und hat wenigstens etwas mit Schiffbau zu tun!

Am Donnerstag nach der Schule habe ich dann telefoniert ohne ende, und das halbe internet durchwühlt, auf der suche nach einer Unterkunft in besagtem Kaff. Schließlich und Endlich hatte ich dann auch ein Zimmer gefunden, optimal gelegen mit nur 5 Minuten Gehweg zm Büro.
Also alles Prima? Eigentlich ja, wenn da nicht noch der Freitag gewesen wäre… Erst kam die Klausur, die war schon ganz schön hart, aber ich kann es ja jetzt sagen, ich hab sie mit 97 von 100 Punkten bestanden :-) Nach der Klausur dann noch einmal ein kurzer Emailcheck, und da lauerte sie schon, die Email vom Büro, die Morgens schon verschickt worden war, die ich aber erst mittags lesen konnte:

Ich soll jetzt doch nicht in besagtes Kaff an der Ostsee, sondern nach Kiel – genau gesagt, auf eine Werft! Das hat natürlich was – das Praktikum direkt auf einer Werft zu machen, auch wenn selbige gerade in Insolvenz ist. Aber es wird, soweit ich weiß, ja noch gearbeitet da – und wohl noch nicht mit Kurzarbeit, wie in Hamburg.

Tja, damit war dann ein ruhiges, entspanntes Wochenende ad Acta gelegt, statt dessen durfte ich also besagtes Zimmer in besagtem Kaff wieder kündigen und mir eine Bleibe in Kiel suchen. Und, was ich am Freitag, wie auch schon die ganze Woche davor, ständig versucht habe – meine Sachbearbeiterin bei der ARGE zu erreichen, wg. Fahrgeld.

Heute war dann der letzte Tag in dem Kursinstitut, mit Zeugnis/Zertifikat-Ausgabe und einer kleinen, aber sehr kurzen Feier. Ich musste dann noch zur ARGE, um noch irgendwas zu erreichen. Hab ich dann auch, die Vertreterin meiner Sachbearbeiterin hatte schon alles fertig – und – mir zugeschickt. Super! Vor allem, weil ich ja die nächsten Tage nicht da bin. Und dabei viel dann auch der tolle Spruch “Dafür müssen sie erst mal in Vorleistung treten”.

Ich sag es mal so: Es ist der 20te des Monats, ich bekomme trotz Weiterbildung nur Hartz4, und wenn ich nicht diesen Monat extrem Sparsam gewesen wäre und noch ein leckeres 50€ Osterei von meiner Mama geschenkt bekommen hätte, dann wäre das überhaupt nicht machbar gewesen. Ist es jetzt im Prinzip auch nicht, aber ich kann auf jeden Fall schon mal die Fahrt nach Kiel und zurück bezahlen und muss nicht jeden Tag mit dem Zug fahren.

Alles weitere ergibt sich dann hoffentlich bald.

Tja, und jetzt kann ich nur hoffen, das ich mich bei dem Praktikum so gut anstelle, das sich daraus vielleicht ja sogar ein Job ergibt – dann hätte sich die ganze Mühe und das Lernen ja wirklich gelohnt!

Ich halte euch auf dem laufenden :-)





Neues & Schlechtes von der Weiterbildung…

10 04 2009

boot1.png
Für die, die es noch nicht wissen, weil sie hier nicht so regelmässig mitlesen: Ich mache zur Zeit eine Weiterbildung zum Schiffkonstrukteur. Initiiert wurde das ganze von einer Firma, die letztes Jahr der Meinung war, sie hätte einen hohen bedarf an Konstrukteuren, weil die Wirtschaft ja Boomt… Nun ja, die Seeschifffahrt auf jeden fall. Ausschlaggebend für mich, diese Weiterbildung zu machen waren 2 Punkte:

Erstens hatte ich nach Jahren, in denen jeder Versuch, eine Weiterbildung oder Umschulung oder ähnliches zu bekommen, vom Arbeitsamt bzw. der ARGE abgeschmettert wurde (mit allen möglichen Gründen, gemeinsamer Tenor war aber immer “Haben sie eine Zusage, das eine Firma sie nach einer Fortbildung einstellen will, bekommen sie eine”), endlich die Möglichkeit, genau das zu bekommen – noch dazu ist die ARGE, bzw. meine Sachbearbeiterin zu mir gekommen, und fragte, ob ich eine Weiterbildung machen will(!),

und Zweitens dann, das die Firma, die Konstrukteure suchte, diese Ausbildung (auf einem bestimmten Schiffbauspezifischen Programm) Angestoßen hat und dann noch den Teilnehmern, sollten sie den Kurs bestehen, eine Einstellungszusage gegeben hatte.

Irgendwie zwei gute Gründe, genau diese Weiterbildung zu machen – dachte ich.

Der Chef der Firma war dann auch ein paar mal im Kurs und hat uns ein paar Infos gegeben – so soll zum Beispiel im Anschluss an die Theorie (die übrigens nächste Woche Freitag zu ende ist) ein Praktikum folgen – nach Möglichkeit auf einer Werft. Nun ja, wer nicht komplett Blind ist, weiß, wie es den Werften zur Zeit in Deutschland (und weltweit) geht, und das seid ziemlich genau beginn des Kurses die Weltwirtschaft heftigst den Bach runter geht, ist ja wohl auch bekannt. Auf jeden Fall war der Informationsfluss zwischen dem Chef und unserem Kurs die meiste Zeit doch eher (um es mal, für mich ganz untypisch, vorsichtig auszudrücken) gestört. So haben wir z.B. gestern(!) erst erfahren, das für die 14 Teilnehmer des Kurses mittlerweile 12 Praktikumsplätze vorhanden sind.

Das Praktikum soll in 12 Tagen anfangen. Die meisten Leute im Kurs sind Arbeitslos, das heißt auf das Geld vom Arbeitsamt oder ARGE angewiesen, und wir wissen immer noch nicht, wer wo hingeht für das Praktika. Das das nicht besonders geschickt ist, ist wohl klar, oder? Es kann Kiel, Stralsund, Emden oder sonst wo sein (es kann natürlich auch Hamburg sein)- dann brauchen wir eine Unterkunft, Fahrtkosten usw., DAS dem Arbeitsamt klarzumachen, wird nicht gerade ein vergnügen – ich weiß zum Beispiel nicht, wo ich das Geld dann hernehmen soll, das muss ich mir wohl leihen – so schnell, wie die ARGE immer ist.

Aber das ist ja noch nicht alles, oben im Titel steht das kleine Wörtchen “Schlechtes” – und wir haben ja zumindest fast alle einen Praktikumsplatz.

Das, was wir dann ebenfalls Gestern erfahren haben, und was – nebenbei bemerkt – auch klar macht, warum der Informationsfluss zwischen Firma und Kurs nicht so wirklich in gang kam – ist, das die Firma, die uns eine Einstellungszusage gegeben hatte (und die die Tochterfirma einer anderen mit Schiffbau beschäftigten Firma ist), ist Pleite!

Das ist natürlich eine ganz tolle Neuigkeit.

Womit dann alle Pläne, die man (ich) für den Fall einer Einstellung gemacht hatte (auch für den Fall einer nur befristeten Einstellung, oder was es da alles für Möglichkeiten gibt gab) mal wieder komplett über den Haufen geschmissen wurden.

Was da gut ins Bild passt ist, das wir nächste Woche Freitag unsere letzte Klausur schreiben – unter diesen Umständen nicht wirklich ein geschickter Zeitpunkt – so rein Motivationsmässig. Aber ich habe mir vorgenommen, auch die Klausur noch gut abzuschließen (ich bin ja inzwischen eh als Streber Verschriehen ;-) ) und dann zu hoffen, das ich einen einigermaßen guten und vielleicht sogar spannenden Praktikumsplatz bekomme. Und mit ganz viel Glück kann man sich da ja dann so “gut” präsentieren, das man vielleicht doch noch eine Chance erhält.

Ansonsten hatte ich vor ein paar Wochen schon mal bei meiner ARGE-Sachbearbeiterin telefonisch vorgefühlt (Hey, ganz doof bin ich ja nicht), ob eventuell nach der Weiterbildung die Möglichkeit besteht, vielleicht noch einen weiteren CAD-Kurs zur Vertiefung zu machen. Sie äußerte sich da ganz positiv – kann also sein, das ich dem deutschen Aus- und Fortbildungssystem (und damit natürlich auch der ARGE – leider) doch noch etwas länger erhalten bleibe.

Ein Job, und dazu das passende Kleingeld wären natürlich sehr viel besser…

Tja, nach den ganzen tollen Neuigkeiten, die wir gestern dann erfahren haben, passte es natürlich gut, das wir am Nachmittag zu einer Führung über und durch die Cap San Diego eingeladen waren – von unserem Ausbildungsinstitut. Das war dann tatsächlich etwas sehr feines. Unter anderen Umständen hätte ich jetzt einen Haufen Fotos gemacht und da mehr von erzählt, aber da ist mir gerade nicht so wirklich nach.
Schaut es euch selber an, es ist wirklich Interessant!

Nach der Cap San Diego ware ich dann noch mit ein paar Mitschülern im Portugiesenviertel auf ein Alster und ein Spanisches Omelett, das war auch noch sehr nett (und sehr lecker).

So, und jetzt werd ich also Ostern damit verbringen, meine Unterlagen für die Klausur durchzuschauen und, für die Personalvermittlung, die uns von dem Institut bzw. einer angeschlossenen Personalvermittlung angeboten worden ist, eine vernünftige Bewerbung schreiben.

Ach ja, das hatte ich noch nicht erzählt… unsere Kursleiterin kam , beim überbringen der Neuigkeiten, zusammen mit zwei Frauen von besagter Personalvermittlung. Nun, ich finde es ja sehr nett, das die sich kümmern wollen – was ich allerdings gar nicht abkann, wenn mich (bzw. den ganzen Kurs) jemand behandelt, als wäre ich ein Kleinkind! Aber auch egal – gehe ich also demnächst zur ARGE und versuche da auch noch einen Vermittlungsgutschein zu bekommen.

Übrigens – etwas, was mal wieder Typisch für dieses besch….ene System, das wir haben, ist…. als Arbeitsloser habe ich einen rechtlichen Anspruch auf diesen Vermittlungsgutschein, als Hartz4-Empfänger nicht! Aber als Hartz4ler bist du je eh nur noch der Abfall der Gesellschaft – da lohnt sich so etwas wie ein Vermittlungsgutschein gar nicht – und Arbeitsvermittlung ist (von einigen seltenen Ausnahmefällen abgesehen, die nur und ausschließlich von der Kompetent und dem Willen des Sachbearbeiters abhängen) gar nicht wirklich gewollt, wie man sieht.

Frohe Ostern!





Blogstörung

29 03 2009

Ich weiß gerade nicht so wirklich, was ich schreiben soll. Nicht, das es nicht genug Themen geben würde, über die ich mich hier in gewohnt charmanter Art und Weise “auskotzen” könnte, aber es will halt einfach nicht so richtig funktionieren. Kaum habe ich mal einen Text, den ich gerne schreiben würde im Kopf, setze mich an meinen PC, da ist er auch schon wieder weg…

Man könnte jetzt auf die Idee kommen, ich kriege so langsam Alzheimer, aber unter Gedächtnisschulen habe ich schon immer gelitten – das ist also nichts neues :-)

Eigentlich liegt es eher daran, das mir im Moment eine menge andere Sachen durch den Kopf gehen, die ich so auf die schnelle einfach nicht los werde. Und die blockieren den ganzen Rest. Toll, oder?

Da wäre z.B. meine Weiterbildung. Es erstaunt mich immer wieder, das ich da tatsächlich Gut bin, und es auch geschafft habe, trotz Jahrelanger Schulabwesenheit und Hartzu4/Unterschichtartigen herumkrebsen dem Unterricht zu folgen und dem dadurch bedingten regelmässigen Tagesablauf (was für jemanden, der länger arbeitslos ist, wirklich nicht einfach ist!).

Nur – was nützt das ganze (also die Weiterbildung z.B.), wenn man hinterher wieder ohne Job dasteht? Ich musste mir ja ausgerechnet Schiffbau aussuchen… der liegt grade total darnieder, und wird sich wohl so schnell nicht wieder erholen. Wobei, “aussuchen” ist das eine – ich bin ja froh, das ich überhaupt die Chance bekommen habe, nochmal eine Weiterbildung machen zu können – das ist, wenn ich mich so umhöre und lese, ja nicht wirklich selbstverständlich. Und auch, wenn ich z.B. meine Mitschüler so höre, ist es da auch alles andere als normal.

Ach ja, ich 3 1/2 Wochen ist die Schule vorbei – dann sollen wir ein Praktikum machen, für 3 Wochen. Um den Praktikumsplatz will/soll/wollte sich die Firma, die uns nach der Weiterbildung einstellen will, kümmern. Bis jetzt habe ich noch keinen. Neben dem Job, der im Moment ja auch alles andere als Sicher ist, noch so ein “kleines” Problem, mit dem ich mich herum schlage.

“Plan B” (Norwegen) habe ich zwar immer noch im Kopf, nur – ich würde trotz aller rumpöbelei meinerseits hier im Blog schon gerne in Hamburg bzw. Deutschland bleiben – schon wegen der sozialen Bindungen… und wie ich gerade von einem guten Freund in Norwegen gehört habe, trifft die jetzt die Krise auch sehr verstärkt. Also auch nicht mehr alles “ganz wunderbar”.

Tja, da kann einem die Lust am Schreiben schon vergehen… und wenn der Kopf ganz andere Probleme wälzt, dann bleibt da auch nicht mehr viel übrig, um sich hier auf ein paar Texte zu konzentrieren.

Ich versuch es aber einfach mal… Themen gibt es ja im Moment genug, über die man schreiben kann (und sollte).

Wollte eigentlich auch nur gesagt haben, Ich lebe noch ;-)

Wer übrigens öfters mal was von mir lesen will… ich schaffe es ab und an doch mal, per identi.ca und twitter ein paar Lebenszeichen von mir zu geben.





Meine Weiterbildung – ein kurzes Update…

8 03 2009

Ich glaube, es wird Zeit, mal kurz zu berichten, was sich bei mir – also was meine Weiterbildung angeht – so getan hat in letzter Zeit. Zum einen, am letzten Mittwoch war mal wieder eine Klausur fällig. Diesmal ging es um Drafting und Pipe Modelling mit Tribon. Also Zeichnen mit dem C.A.D.-Teil von Tribon und das verlegen von Rohren in einem 3D-Raum (dem Schiffskörper in diesem Fall – Rohrverlegerwitze sind sowas von Mittelalter in diesem Fall ;-) ).

Irgendwie hatte ich schon vor der Klausur ein schlechtes gefühl… während der Klausur verstärkte sich das dann noch. Die Klausur (besonders die Fragen, die Zeichenaufgaben gingen eigentlich) fand ich schon ganz schön hart! Vor allem aber war die Zeit natürlich viel zu kurz.

Naja, ich bin dann also raus aus dieser Klausur mit dem Gefühl, wenn ich eine 3 bekomme, dann bin ich noch gut dran! Ok, am Freitag haben wir dann die Ergebnisse bekommen – bzw. durften uns die selber ausrechnen. Was soll ich sagen, ich war doch ziemlich überrascht. Eine 1! Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet – aber es freut einen ja schon irgendwie :-) Na gut, ich entwickel mich anscheinend doch noch zu einem Streber oder so…. aber ist ja auch für einen guten Zweck – also für mich ;-)

Am Freitag war dann auch unser hoffentlich zukünftiger Chef in der Schule, um mal ein paar neue Infos zu geben, was die Zukunft angeht. Inbesondere waren wir natürlich gespannt, was denn mit den Praktika ist, die wir in ein paar Wochen noch machen sollen. Aber darüber schreibe ich später noch etwas…

Tja, also so wie es aussieht, komme ich mit der Weiterbildung wider erwarten gut voran (ich habe es mir wirklich noch schwerer vorgestellt, als es eh schon ist – alleine schon deshalb, weil ich ja schon seit Jahren nicht mehr so viel “am Stück” gelernt habe wie jetzt, und nach Jahren Arbeitslosigkeit ist das nicht wirklich einfach…),. Jetzt wäre es nur noch schön, wenn auch die Wirtschaft ein ganz klein wenig mitspielen würde, damit ich nach der Weiterbildung auch tatsächlich einen Job bekomme! Aber nach allem, was ich so in diversen Blogs und Zeitungen lese, sieht es da nicht so wirklich gut aus…

Aber wir werden sehen – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.





Sonntag

1 02 2009

Es ist Sonntag und ich versuche mich gerade in allgemeiner Chaosbeseitigung in meiner Wohnung. Nebenher versuche ich auch noch, meinen Apfel zum laufen zu bekommen, sortiere Papiere, versuche irgendwas leckeres zu kochen – und mache mir ziemlich heftige Gedanken über die Zukunft, ausgelöst durch diesen Artikel in der WELT:

“[...] Die globale Wirtschaftskrise hat den Hamburger Hafen voll erfasst: Erstmals seit mehr als 20 Jahren geht der Containerumschlag zurück. Im November fiel das Volumen um 8,1 Prozent auf 754 917 abgefertigte Standardcontainer. Das ist der niedrigste Stand seit Februar 2007 und bleibt nicht ohne Folgen – für alle Beschäftigten des Hafens. [...]“

Und nein, die WELT gehört eigentlich nicht zu meiner bevorzugten Lektüre, aber taucht halt immer wieder im Google Reader auf – in einer Suche, die ich als RSS abgespeichert habe und in der nach Begriffen wie “Schiffbau” und anderem (ähnlichen) gesucht wird. Immerhin ist das für einen (hoffentlich) angehenden Schiffskonstrukteur schon wichtig, da einen Überblick zu haben.

Dummerweise habe ich gerade so eine Art “Déjà-vu“-Erlebnis. 2001 habe ich ja eine Umschulung zum System- und Netzwerkadmin gemacht. Ich sage nur mal, ein verdammt ungünstiger Zeitpunkt – ende 2001 der 11.9. und dazu (oder dadurch, oder wie auch immer) die Dotcomkrise…

Und jetzt? kaum bekomme ich nach langem Hin- und Her und 2(!) Jahren ständigem gebettel und generve beim Arbeitsamt bzw. der ARGE die Chance auf einen (fast schon kompletten) Neuanfang, haben irgendwelche beschissenen BWL-Idioten in den Banken nichts besseres zu tun, als die Weltwirtschaft mal eben mit Volldampf an die Wand zu fahren.

Ganz toll!

Eines ist inzwischen aber ganz klar für mich: wenn es mit einem Job bei der Firma, die mich nach der Weiterbildung einstellen will (oder zumindest letztes Jahr ja noch die Absicht hatte, das zu tun), nicht klappen sollte, dann bin ich hier weg…. aus Deutschland, meine ich! Dann werde ich mein Glück noch einmal in Norwegen probieren. Bei einer unglaublichen Arbeitslosenquote von ca. 2.9% (geschätzt für dieses Jahr. Im moment ist sie noch niedriger) da oben sollte es immer noch möglich sein, in Norwegen einen Job zu bekommen (vor allem: einen halbwegs Menschenwürdigen und einigermassen bezahlten Job….). Und diesmal werde ich nicht den Fehler machen und in den Hohen Norden gehen, das ist schon mal sicher.





Spass mit der ARGE (mal wieder…)

25 11 2008

arge2.png

Irgendwie glaub ich es ja gerade nicht so wirklich. Ich hatte bei meinem letzten Gespräch mit der Sachbearbeiterin von der ARGE gefragt, ob ich denn jetzt zu der Weiterbildung mit dem Rad fahren sollte oder mit dem HVV fahren könnte – von wegen Winter und Kalt und so. O-Ton von ihr: “Holen sie sich mal eine Fahrkarte, die Fahrkosten reichen normalerweise immer für einen Monatskarte.“. Das “normalerweise” hätte mich schon misstrauisch machen müssen… denn eben habe ich den Bescheid von der ARGE geöffnet, und was steht da?

Ich bekomme genau 13,68€ – Monatlich! Nur zur Info: Beim HVV MUSS man mindestens Zwei Zonen kaufen, und der Preis dafür sind Stolze 54€. Ich habe übrigens 270€ im Monat. Nur damit die Verhältnisse, um die es hier geht, mal klar sind! Super! Also werd ich in Zukunft Fahrrad fahren – natürlich erst, nach dem ich mich morgen bei der ARGE ausgekotzt habe.

Was für ein Schrottverein!








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