Zugfahren.

24 06 2009

Ich mag ja Zugfahren – Eigentlich. Man setzt sich in ein Abteil, genießt die Aussicht, grübelt über dies und das, und irgendwann steigt man wieder aus.

Eigentlich.
Die Realität sieht dann leider doch etwas anders aus. Da war zum Beispiel heute die durchsage im Zug “Junger Mann in der Toilette, können sie mich hören? Sie müssen noch ein wenig ausharren, wir kriegen die Tür nicht auf“. Oops, kann man da nur sagen :-) Die durchsage kam irgendwo vor Trist Wrist, da hielt der Zug dann nur kurz, und in Neumünster hieß es dann, der Zug habe einen etwas längeren Aufenthalt, wegen eines Personeneinsatzes.

Merkwürdiges Wort! Aber die Zugführerin (übrigens eine hübsche – nur mal so nebenbei ;-) ) erzählte mir dann, das  in Neumünster endlich Leute gekommen wären, die den jungen Mann aus seinem Gefängnis in der Zug Toilette befreit haben. Pech natürlich für den jungen Mann, wenn der nun ausgerechnet in Wrist aussteigen wollte… man sollte also vorsichtig sein beim benützen der Toiletten in Zügen der deutschen Bahn.
Die Woche vorher, bei der Rückfahrt nach Hamburg, da fuhr der Zug, wie der Schaffner irgendwann nach Abfahrt mitteilte, nicht über Dammtor (da Steig ich sonst immer aus) zum Hauptbahnhof, sondern würde nach Altona fahren – und hätte auch noch ein bisschen Verspätung. Extremes Pech in dem Fall für die Mitreisenden, die zum Beispiel einen Anschlusszug bekommen wollten – am Hauptbahnhof.

Dann sagte der Schaffner dann auch noch kurz vor Hamburg durch, das irgendein ICE am Hauptbahnhof leider nicht warten könne… merkwürdig eigentlich, wo doch fast alles, was bei der Bahn unterwegs ist, Verspätung hat – aber ICE bilden da wohl eine Ausnahme, oder vielmehr, sie sollen sie wohl bilden. Stimmt aber auch meistens nicht. Ich weiß nur, das die Teile in den meisten Fällen vorfahrt haben – das heißt, alle anderen Züge haben sich den ICE unterzuordnen.
Ein anderes mal fing die Rückfahrt nach Hamburg (die Hinfahrten Montags morgens um 5:20 Uhr sind meist unproblematisch, aber wer außer ein paar verrückten wie mir fährt schon so früh mit der Bahn?) Schon damit an, das es in Kiel hieß, der Zug habe 20 Minuten Verspätung. Dann kam eine dieser kleinen Spielzeugbahnen, so ein aus 2 Waggons bestehender Minizug, wie er bei der AKN oder in Schleswig-Holstein auf vielen Nebenstrecken verkehrt, und auf einmal hieß es am Gleis, das wäre der Zug nach Hamburg.
OK, die normalen Züge, also diese Doppelstock-Waggons, sind am Freitag meist Brechend voll, und nun drängelte sich also alles, was da am Bahnsteig herumstand inkl. Mir, in diese zwei Waggons. Übrigens, nachdem wir mit ein paar Leuten den Lokführer gefragt hatten, ob denn nun wirklich und so… der telefonierte dann ein paar mal, sagte erst, das er nur bis Neumünster führe und die Bahnhofsdurchsage falsch sein müsse, meinte dann aber irgendwann, seine Spielzeugbahn würde tatsächlich nach Hamburg weiterfahren. Daraufhin ging dann das Gedränge los…
Nach einer gewissen Zeit, als sich so gut wie alle auf dem Bahnsteig befindlichen Personen irgendwie in diese Bahn gequetscht hatten, da kam dann die nächste durchsage… “dieser Zug wird ausgesetzt, alle Personen hätten den Zug zu verlassen, es wird ein Ersatz Zug bereitgestellt“.
Nun ja, DAS hätte sich die Bahn wirklich schon mal ein paar Minuten früher einfallen lassen können.
Wir warteten dann noch ca. 10 Minuten, dann kam endlich einer der “normalen” Züge – und dann, mit etwa 40 Minuten Verspätung, fuhr er dann auch tatsächlich los.
Für einen allgemeinen Lacher sorgte dann der Schaffner, als er kurz nach abfahrt des Zuges bekannt gab, das “Voraussichtliche Fahrziel” wäre Hamburg Hauptbahnhof. Na ja, bei der Bahn weiß man anscheinend nie wirklich, wo man im Endeffekt ankommt… aber vielleicht wollte der Schaffner ja auch nur die Stimmung ein wenig Auflockern – dann war das Psychologisch aber wirklich sehr geschickt!
Apropos locker… Ich finde es ja immer wieder unglaublich, wie sich viele Leute in oder vor Zügen aufregen können! Klar, mich nervt dann auch so manches – aber irgendwie muss man das mit der nötigen Gelassenheit angehen, ändern kann man, wenn man erst mal in einem Zug sitzt, daran wenig. Und, je gelassener man selber ist, desto gelassener und entspannter sind dann meist auch die Schaffner (oder das Zugpersonal, oder wie auch immer die jetzt heißen mögen).
Was mir während der letzten Wochen auch noch aufgefallen ist in den Zügen – sie stinken! Dieser normale Zug heute, einer von den ganz normalen, nicht doppelten, roch ganz erbärmlich nach irgendetwas undefinierbarem, das war schon ziemlich gruselig! Und diese Doppelstockzüge stinken nach Klo – und zwar überall, auch an der am weitesten von irgendeinem Klo entfernten Ecke.

Außer vielleicht in der ersten Klasse, da sind nämlich Türen vor.

Wahrscheinlich aus genau dem Grund – um den Gestank und den Pöbel außen vor zu halten.
Irgendwann werd ich das auch mal antesten mit der ersten Klasse – einfach nur mal so :-)
Aber wie gesagt – eigentlich mag ich ja Zugfahren ;-)








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